Mission und Diakonie
Die Geschichte der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Zürich
Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 78
Broschur
2011. 228 Seiten, 60 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1060-3
CHF 58.00 / EUR 43.00 
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Die Evangelische Gesellschaft des Kantons Zürich entstand als informelle Gruppierung in den 1830er-Jahren in Zürich. Eine feste Organisation gab sie sich 1846/47. Mit ihren geistigen Wurzeln aus dem 18. Jahrhundert verschränkte sie orthodoxe, staatskirchliche und pietistische Tradition. Praktisch organisierte sie konservativ gesinnte Pfarrer und Laien, die etwas tun wollten gegen die Säkularisierung von Kirche und Gesellschaft. Anfänglich auf die Stadt Zürich beschränkt, gelang es ihr, allmählich ein kantonsweites Netz zu bilden. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert verband die Gesellschaft mit ihrem missionarischen Einsatz vermehrt diakonische Aufgaben. So leisteten vor allem Frauen unentgeltliche Hilfe für Arme, Kranke und Schwache.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts definierte sie Diakonie noch einmal neu: Aus der «Stadtmission» ging eine diskrete Telefonseelsorge hervor und seit den 1970er Jahren bietet sie verschiedenen Gruppen am Rande der Gesellschaft praktische Lebenshilfe, geschützte Räume und professionelle Ansprechpersonen.


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geb. 1943. Dr. phil. Gymnasiallehrer und Lehrbeauftragter für Didaktik des Geschichtsunterrichts an der Universität Zürich im Ruhestand.
Verfasser von Lehrmitteln sowie von Publikationen zur Didaktik des Geschichtsunterrichts und zur schweizerischen Reforma­tionsgeschichte.


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Aufsätze im Chronos Verlag

Inhalt
1. Vorgehen und Voraussetzungen
1.1. Zielsetzungen, Quellen- und Forschungslage
1.2. Orthodoxie, Aufklärung und Pietismus
1.3. Die Zürcher Kirche im 18. Jahrhundert
1.4. Staatlich-kirchlicher Aufbruch in die Moderne
1.5. Der «Zürichputsch» 1839 und seine Folgen

2. Umfeld und Entstehung
2.1. Theologische und kirchenpolitische Positionen
2.2. Von der Staatskirche zur staatlichen Anstalt
2.3. Die Gründung der Evangelischen Gesellschaft

3. Aufbruch und Entwicklung
3.1. Für den richtigen Glauben
3.2. Kristallisationskern oder Splittergruppe
3.3. Die Organisation der Gesellschaft
3.4. Frauen und die Evangelische Gesellschaft
3.5. Ein Wirtschaftsunternehmen

4. Verkündigung und Seelsorge
4.1. Die Stadtmission
4.2. Die Landmission
4.3. Sonntagsschulen
4.4. Jungmänner und Italiener

5. Gläubige Kerne: die Minoritätsgemeinden
5.1. Die St.-Anna-Gemeinde
5.2. Die Lukas-Gemeinde in Aussersihl
5.3. Die Minoritätsgemeinde Unterstrass
5.4. Die Freie Kirche Uster
5.5. Der Evangelische Verein Winterthur

6. Bildung und Erziehung
6.1. Lesesäle
6.2. Leihbibliothek und Lesezirkel
6.3. Verlegerisches Engagement
6.4. Verbreitung der Bibel
6.5. Die Pensionsanstalt

6.7. Freie Schulen

7. Gesundheit und Fürsorge
7.1. Die Kranken- und Diakonissenanstalt Neumünster
7.2. Der Evangelische Armenverein
7.3. Hilfe für Gefährdete und Strafentlassene
7.4. Die «Herberge zur Heimat»
7.5. Christliche Hospize

8. Diakonie statt Bekehrungsanspruch. Das aktuelle Selbstverständnis der Evangelischen Gesellschaft
8.1. «Der Not etwas entgegensetzen»
8.2. Empathie als Basis der Diakonie
8.3. Gassenarbeit der ersten Stunde
8.4. «Café Yucca»
8.5. «Isla Victoria»
8.6. Gastroberatung

9. Mission in einer «nachchristlichen Welt». Die Freie Evangelische Gemeinde Fuhr in Wädenswil

10. Wandel des Missionsbegriffs. Bekehrungsanspruch oder Gesprächsbereitschaft?

11. «Befreiung von Unterdrückung und Unrecht». Die Beziehung zu Jesus

12. Orte der «Verkündigung». Unterstützung für Menschen am Rand der Gesellschaft

13. Mission durch Diakonie. Nische in der landeskirchlichen Diakonie

14. Bilanz

Anhang 1: Präsidenten und Präsidentinnen der Evangelischen Gesellschaft
Anhang 2: Gesprächspartnerinnen und -partner

Anmerkungen

Quellen und Literatur

Personenregister
Institutionenregister


Pressestimmen
«Der informativ, lebendig geschriebene Band beschreibt Geschichte und heutiges Wirken der vor etwa 175 Jahren in Zürich entstandenen «Evangelischen Gesellschaft».» Felix Mathys, reformierte Presse

Am Berchtoldstag eines jeden Jahres stellt die Antiquarische Gesellschaft in Zürich ihr Neujahrsblatt vor. Der Band behandelt jeweils ein Thema der Zürcher oder Schweizer Geschichte. Dabei wird häufig jungen Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, mit ihren Forschungsergebnissen an eine breitere Öffentlichkeit zu treten.