Antikommunismen in der Schweiz

Der Schweizerische Aufklärungsdienst, die Rencontres Suisses und deren Netzwerke in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz, 1945–1990

Veröffentlichungen des Archivs für Zeitgeschichte des Instituts für Geschichte der ETH Zürich, Band 13
Broschur
Erscheint im Oktober 2026. ca. 456 Seiten
ISBN 978-3-0340-1859-3
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Während des Kalten Krieges grassierte in der Schweiz ein virulenter Antikommunismus. Der Blick auf den Schweizerischen Aufklärungsdienst (SAD) in der Deutschschweiz und die Rencontres Suisses in der Westschweiz zeigt, dass sich nicht nur die geschaffenen Feindbilder, sondern auch die antikommunistisch aufgeladenen Themen in den zwei Sprachregionen voneinander unterschieden. Der SAD sammelte Informationen über vermeintliche kommunistische Machenschaften und band die Bevölkerung in die «Verteidigung schweizerischer Werte» ein, etwa mit dem Boykott sogenannter Ostprodukte. Die Rencontres Suisses konzentrierten sich auf die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und erklärten den Betrieb zur potenziellen Keimzelle des Kommunismus.
Die Studie legt dar, wie eng antikommunistische Organisationen mit Militär, Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften verflochten waren, welche Strategien und Ideen sie prägten und welche transnationalen Verstrickungen bestanden. Damit wird die These eines monolithischen, homogenen Antikommunismus in der Schweiz aufgebrochen und aufgezeigt, welche Akteure diese Antikommunismen gestalteten, mittrugen und an sich kontinuierlich wandelnde Umstände anpassten.

studierte an der Universität Fribourg Zeitgeschichte und Englisch, bevor sie an der Universität Basel doktorierte. Zurzeit forscht sie an der Haute école fédérale en formation professionnelle zu Chancengleichheit im Bildungsbereich 1960–1980.