Olivier Zschokke (1826–1898)

Ingenieur, Unternehmer und Politiker

Gebunden
Erscheint im Oktober 2026. ca. 512 Seiten, ca. 14 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1860-9
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Olivier Zschokke (1826–1892) kennt man bislang nur aus Randnotizen: als jüngsten Sohn des Schriftstellers, Pädagogen und Politikers Heinrich Zschokke oder als – vermeintlichen – Juniorpartner des Bergbahnpioniers Niklaus Riggenbach beim Bau der Rigibahnen. Nach drei Semestern Naturwissenschaftsstudium an der Universität Zürich und einem Vermessungspraktikum bei der Nordbahn (Zürich–Baden) wechselte Zschokke für ein Bauingenieurstudium nach Berlin, wo er sich aktiv an den Barrikadenkämpfen der Märztage 1848 beteiligte. Ab 1853 leitete er den Bau der Strecke Herzogenbuchsee–Solothurn–Biel der Schweizerischen Centralbahn. Danach war er bis an sein Lebensende als selbständiger Ingenieur und Bauunternehmer im Eisenbahn-, Hoch- und Wasserbau tätig. Zusammen mit Niklaus Riggenbach und Adolf Naeff baute Zschokke die Vitznau-Rigi-Bahn als erste Zahnradbahn Europas. Zur internationalen Vermarktung des Zahnradsystems gründete er mit Riggenbach die Internationale Gesellschaft für Bergbahnen.
1877 wurde Zschokke als aargauischer Ständerat gewählt und beschäftigte sich namentlich mit dem Reformbedarf der Schweizer Eisenbahnen. Mit seiner fundierten Sichtweise und seinem umfassenden Verständnis eisenbahnökonomischer Zusammenhänge trieb er den politischen Prozess zur Verstaatlichung der grossen Privatbahngesellschaften voran, ab 1890 auch im Nationalrat. Beruflich wandte er sich in seinem letzten Lebensjahrzehnt dem Bau von Flusskraftwerken zu und war Mitinitiant und -erbauer der Kraftwerke Rheinfelden und Ruppoldingen.

Jg. 1959, Dr. phil., Historiker, Mit­arbeiter an der ETH Zürich.


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