Verzeichnetes Totengedenken

Nekrolog und Jahrzeitbuch von Hermetschwil (12.–17. Jahrhundert)

Murensia, Band 8
Broschur
Erscheint im April 2021. ca. 64 Seiten, ca. 20 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1444-1
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Das Totengedenken hatte im mittelalterlichen Alltagsleben grosse Bedeutung. Mit zunehmender Verschriftlichung wurden Bücher angelegt, die die Namen der Toten aufführten, derer gedacht und für deren Seelenheil gebetet wurde – so auch im Benediktinerinnenkloster in Hermetschwil. Gegenstand der Untersuchung sind der Nekrolog, der aus dem 12. Jahrhundert stammt und bis etwa 1320 in Gebrauch war, sowie das Jahrzeitbuch I, das von 1441 bis 1707 geführt wurde. Über die Namen der Verstorbenen hinaus liefern beide Bücher Angaben zu Stiftern, Stiftungsgütern und zum Umkreis, aus dem die Wohltäter des Klosters stammten. Sie sind Beispiele dafür, wie die Ökonomie der Memoria funktionierte. Zugleich geben sie Auskunft über Stifterpersönlichkeiten – zum Beispiel über Mechthild von Schönenwerd (13. Jahrhundert) und Anna Brunner von Glarus (1655–1697), beide Ordensschwestern aus wohlhabenden Verhältnissen.


Melanie Keusch, geboren 1988, aufgewachsen und wohnhaft in Hermetschwil, studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Zürich (Masterabschluss 2015). Zurzeit befindet sie sich in der Ausbildung zur Gymnasiallehrperson und ist als Lehrerin in Zürich tätig.


Cornelia Künzle, geboren 1980, aufgewachsen und wohnhaft in Widen, studierte in Zweitausbildung Geschichte und historische Hilfswissenschaft an der Universität Zürich (Masterabschluss Sommer 2016) und arbeitet seit Januar 2017 in der ETH-Bibliothek Zürich in der Abteilung «Monographische Medien».

Im Jahr 2027 wird das Benediktinerkloster Muri sein tausendjähriges Bestehen feiern. Im Hinblick auf dieses Jubiläum wurde das Projekt «Geschichte Kloster Muri» ins Leben gerufen, das von der gleichnamigen Stiftung getragen wird. Zum Gesamtprojekt gehört auch die Publikation von Themenheften und Monografien, die sich mit Aspekten der Klostergeschichte befassen.