Triumph der Moderne

Jüdische Gründer von Warenhäusern in der Schweiz, 1890–1945

Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz, Band 19
Gebunden
2021. 352 Seiten, 125 Abb. farbig und sw.
ISBN 978-3-0340-1585-1
CHF 58.00 / EUR 58.00 
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Das Warenhaus scheint uns heute als Institution selbstverständlich. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch veränderte es die Konsumgewohnheiten grundlegend. Moderne Basare hatten schon ein paar Jahrzehnte zuvor begonnen, die vom kleinen Einzelhändler dominierte Marktordnung zurückzudrängen. Doch mit der Erfindung des Warenhauses wurden die herkömmlichen Warenvertriebsformen umgewälzt, und Prachtbauten schufen eine neue Plattform für den hereinbrechenden Massenkonsum.

In der Schweiz konnten sich die ersten Warenhäuser an der Schwelle zum 20. Jahrhundert etablieren. Die Mehrheit der helvetischen Warenhauspioniere stammte aus dem benachbarten Ausland, viele von ihnen waren jüdische Einwanderer. Namen wie Brann, Mandowsky, Pilz oder Knopf sind heute in Vergessenheit geraten, aber auch bestehende Häuser wie Loeb und Manor oder die 2005 aufgelöste Epa sind weitgehend unerforscht geblieben. Obschon beim Publikum beliebt, war das Warenhaus von Beginn an umstritten. Spätestens in den 1930er-Jahren wurde das für den Mittelstand angeblich existenzvernichtende Warenhaus Zielscheibe einer rechtsbürgerlichen Kampagne, die den Liberalismus der Gründerzeit suspendierte. 1933 verbot ein dringlicher Bundesbeschluss die Eröffnung und Erweiterung von Warenhäusern, Kaufhäusern, Einheitspreisgeschäften und Filialgeschäften.

Das Buch thematisiert einen kaum erforschten Zweig der Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Schweiz, der von einer jüdischen Minderheit mitgeprägt wurde. Die Darstellung vereint Aspekte der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, der Migrations- und der Architekturgeschichte.

war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel. Sie ist Mitherausgeberin des Buches «Jüdischer Kulturraum Aargau» (2020).


Aufsätze im Chronos Verlag

Pressestimmen

«Jüdischem Pioniergeist verdankt sich im späten 19. Jahrhundert das Entstehen des Warenhauses. Auch in der Schweiz. Eine fast vergessene Geschichte, an die jetzt die Historikerin Angela Bhend verdienstvollerweise erinnert. [...] Sehr gut lesbar, von unglaublichem Reichtum an Material und üppig bebildert liefert das Buch eine höchst anschauliche und lehrreiche Lektüre. Wirtschafts- Sozial- , Kultur- und Architekturgeschichte, jüdische und Frauengeschichte, das alles fügt sich im Komplex Warenhaus zusammen und hat die Autorin geschickt verwoben. [...] Die Kundschaft jedenfalls war begeistert von den neuen und umfassenden Angeboten und vor allem dem neuen Einkaufserlebnis in den lichthellen Glas- und Stahlbauten. [...] Brann, Loeb, Nordmann, Maus – das sind die bekanntesten Namen und Familien, letztere drei bis heute erfolgreich auf dem Markt.»

Vollständige Rezension

Journal 21.ch, 26. November 2021, Claudia Kühner

Mit dem Ziel, das Wissen über jüdische Kultur und das Verständnis jüdischen Lebens in der Schweiz zu fördern, gibt der SIG seit 1992 diese Schriftenreihe heraus.