Nahbeziehungen eines europäischen Gelehrten

Johann Jakob Scheuchzer (1672–1733) und sein soziales Umfeld

Gebunden
2020. 192 Seiten, 18 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1561-5
CHF 48.00 / EUR 48.00 
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Der Zürcher Mediziner und Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer war gut vernetzt und korrespondierte mit zahlreichen Gelehrten aus der Schweiz und Europa. Neuere Forschungen über Wissenschaft und Wissenschaftler in der Frühen Neuzeit richten den Fokus auf die Briefwechsel unter den Mitgliedern der «Gelehrtenrepublik», denn Korrespondenz spielte in der Wissensproduktion eine wichtige Rolle. Diese Studie untersucht Scheuchzers soziales Netz unterhalb der Schwelle der Gelehrtenrepublik und schliesst damit eine Forschungslücke.
Frühneuzeitliche Naturforschung war häufig ein Familienprojekt, zahlreiche Helfer waren daran beteiligt. Die Autorin beleuchtet den wissenschaftlichen Beitrag von Susanna Vogel, der Ehefrau Scheuchzers, den gemeinsamen Söhnen, dem jüngeren Bruder Johannes und drei Schülern, die ihr Lehrjahr bei Scheuchzer in Zürich verbrachten. Sie zeigt Scheuchzers Einbettung in Zürcher Institutionen auf – er war Kurator der Bürgerbibliothek und Kunstkammer, Mathematiklehrer am Collegium Carolinum und aktives Mitglied der Akademie Collegium der Wohlgesinnten – und erläutert die Bedeutung dieser Orte des Wissens für seine Forschung. Schliesslich widmet sie sich der naturgeschichtlichen Mitarbeit von «Ungelehrten» wie Jägern oder Bauern, mit denen Scheuchzer auf seinen zwischen 1694 und 1711 unternommenen wissenschaftlichen Bergreisen zusammentraf. Durch den Einbezug bislang kaum untersuchter Quellen gewährt die Studie einen neuen Blick auf die verborgenen Mechanismen der Wissensgenerierung in der frühneuzeitlichen Naturforschung.

studierte Geschichte und Philosophie in Luzern. 2018 promovierte sie mit der vorliegenden Arbeit an der Universität Luzern.

Pressestimmen

«Johann Jakob Scheuchzer, Zürcher Mediziner und Naturforscher, versammelte in seinem Werk das Wissen seiner Zeit und versucht es in Einklang mit der Bibel zu bringen. Das heute schräg anmutende, aber hochspannende Unterfangen des Universalgelehrten entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus ganz Europa, aber auch mit Unterstützung seiner Familie. Namentlich seine Frau, Susanna Vogel, leitete nicht nur den Haushalt, in dem Forscher und Studierende ein- und ausgingen, sondern beteiligte sich an den Forschungsarbeiten. Das Buch zeigt, wie es in einem solchen Haushalt zu- und herging und macht deutlich, dass neues Wissen schon damals nicht im Alleingang und in der stillen Studierstube zu generieren war.»

notabene, Nr. 7 September 2020, Christian Schenk