Zehntausende Menschen

Zahlen zur administrativen Versorgung und zur Anstaltslandschaft

Unabhängige Expertenkommission Administrative Versorgungen, Band 6
Gebunden
Erscheint im Mai 2019. ca. 160 Seiten, ca. 20 Abbildungen s/w., ca. 24 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1516-5
ca. CHF 38.00 / EUR 38.00 
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In der Schweiz wurden bis 1981 Menschen ohne Gerichtsurteil in Einrichtungen wie Arbeitsanstalten, Psychiatrien, Strafanstal­ten oder Trinkerheilstätten eingewiesen. Es handelte sich nicht um Einzelfälle, von der Massnahme waren Zehntausende Men­schen betroffen. Gleichzeitig entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert eine viel­fältige und vernetzte Anstaltslandschaft.

Der Band richtet das Augenmerk auf die quantitative Dimension der administrativen Versorgung in der Schweiz zwischen 1930 und 1981. Im Zentrum stehen zwei Fragen: Wie viele Menschen wurden administrativ versorgt und in welchen Anstalten wurden diese fürsorgerischen Zwangsmassnahmen vollzogen? Erstmals wird eine differenzierte Schätzung der Anzahl betroffener Personen vorgenommen. Zudem wird das kom­plexe Gefüge der Anstalten erläutert. Beide Dimensionen zeigen die Grössenordnung und die Tragweite der administrativen Versorgung.


(1982), Historiker, Promotion an der Universität Basel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der UEK und Staatsarchivar des Kantons Zug.


(1990), Studium der Geschichte an der Universität Bern und wissenschaftlicher Mitarbeiter der UEK.

Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kom­mission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.

Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammen­gesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissen­schaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.