Chantai rumantsch!

Zur musikalischen Selbst(er)findung Romanischbündens

Gebunden
Erscheint im Mai 2019. ca. 560 Seiten, ca. 30 Abbildungen s/w., ca. 20 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1501-1
ca. CHF 58.00 / EUR 58.00 
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Auf der Suche nach ihrer Identität treffen sich die Bündnerromanen besonders gerne in jener Kunstform, die diese nicht nur in Worte, sondern auch in Töne fassen kann: in der Vokalmusik, genauer: in der musica rumantscha. Denn die musica rumantscha klingt nicht nur, sie transportiert auch die Sprachidentität, vermittelt den soziohistorischen Kontext und erschafft die Imagination einer kulturellen Gemeinschaft. Diese musikalische Selbst(er)findung Romanischbündens verdichtet sich im oft gehörten Appell: «Chantai rumantsch!» Als identitäts­ und gemeinschaftsstiftendes Rückgrat der musica rumantscha gelten in erster Linie die chanzuns rumantschas, die Lieder aus den Bereichen der weltlichen und geistlichen Kunst­ und Popularmusik, die in die (erfundenen) kulturellen Traditionen der Heimat eingebettet sind.

Die vorliegende Publikation spannt erstmals einen Bogen vom ersten gedruckten Gesangbuch von 1562 in die Gegenwart und belegt, wie die musica rumantscha als Ausdruck einer «bündnerromanischen Seele» ideologisch aufgeladen und als Stifterin von Gemeinschaft und Identi­tät in Zeiten grösserer Umbrüche funktionalisiert werden konnte. Dies mach­ten sich die unterschiedlichsten konfessionellen, nationalen und sprachlich­ kulturellen Bewegungen in Romanischbünden zunutze und formten so gleichzeitig die Geschichte und das Wesen dieser Musik massgeblich mit.

studierte Musikwissenschaft, Geschichte und Rätoromanisch in Zürich und Wien und promovierte 2018 mit der Publikation «Chantai rumantsch!». Sie arbeitet als Projektmitarbeiterin des Instituts für Kulturforschung Graubünden und als freie Musikwissenschaftlerin.