Lesen, schreiben, beten, heilen

Die Bibliothek des mittelalterlichen Klosters Hermetschwil

Murensia, Band 6
Broschur
2018. 65 Seiten, 35 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1494-6
CHF 12.00 / EUR 12.00 
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Das aargauische Benediktinerinnenkloster Hermetschwil besitzt schweizweit einen der grösseren überlieferten Buchbestände aus dem 12.–16. Jahrhundert. Die Autorin analysiert das aus 56 Manuskripten bestehende Textkorpus und berücksichtigt vor allem die 17 deutschsprachigen Gebetbücher, die zwischen dem Ende des 14. und dem Beginn des 16. Jahrhunderts im Gebiet der heutigen Deutschschweiz entstanden sind.
In den kleinformatigen, rege genutzten Manuskripten stehen Gebete, die mehrfach vorkommen, neben Texten, die singulär sind – dazu gehören erbauliche Schriften ebenso wie Wettersegen, Kalender- und Zaubersprüche sowie Rezepte zur Heilung bestimmter Krankheiten. Die Analyse der Hermetschwiler Bibliothek gibt einen Einblick in die Lebenswelt der Benediktinerinnen an der Reuss und leistet einen Beitrag zur Literatur- und Sozialgeschichte des Spätmittelalters.

Ruth Wiederkehr, geboren 1983, hat an den Universitäten Zürich, Perugia und Oxford Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften, Geschichte und Völkerrecht studiert. Sie ist selbständige Germanistin und Historikerin in Baden und Dozentin an der FHNW in Brugg-Windisch.

Pressestimmen

«Das Buch zieren 35 farbige Abbildungen, fast alle aus den 56 Handschriften des 12. bis 16. Jahrhunderts aus Hermetschwil. Sie überliefern eine volkssprachliche, typisch weibliche Bibliothek des Glaubens; weltliche Literatur fehlt ganz. Von lateinischen, aus Muri stammenden Liturgica abgesehen, handelt es sich hier um eine wichtige Quelle für den monastischen Alltag gebildeter Nonnen im ländlichen Raum; zwar existierten Netzwerke in der Region, der Alltag musste aber vor Ort organisiert werden. Persönliche, individuell zusammengestellte Gebetbücher lassen die tagtägliche, intensive und mystische Andachts- und Gebetspraxis der Hermetschwiler Benediktinerinnen nachvollziehen, die ein Zentrum ihres monastischen Lebens bildete.»

Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, Bd. 168, 2020, Armin Schlechter

Im Jahr 2027 wird das Benediktinerkloster Muri sein tausendjähriges Bestehen feiern. Im Hinblick auf dieses Jubiläum wurde das Projekt «Geschichte Kloster Muri» ins Leben gerufen, das von der gleichnamigen Stiftung getragen wird. Zum Gesamtprojekt gehört auch die Publikation von Themenheften und Monografien, die sich mit Aspekten der Klostergeschichte befassen.