«Ich glaubte ins Paradies zu kommen»

Leben und Überleben des Flüchtlings Kurt Bergheimer in der Schweiz

Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz, Band 18
Gebunden
2018. 196 Seiten, 36 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1431-1
CHF 38.00 / EUR 38.00 
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Der jüdische Jugendliche Kurt Bergheimer flüchtete 1942 vor den Nazis in die Schweiz. Was als ein vorübergehender Aufenthaltsort vorgesehen war, wurde zu einem Ort des Neuanfangs. Kurt ging zahlreiche Beziehungen auf verschiedenen Ebenen ein, die ihn herausforderten und mit Schwierigkeiten konfrontierten, ihm aber auch die Chance boten, neue Zuversicht zu schöpfen. Anhand seiner Biografie zeigt die Autorin, wie sich die Flucht auf die Existenz eines Überlebenden auswirkt.
Als Kurt Bergheimer, später Bigler (1925–2007), in der Schweiz Zuflucht suchte, war er allein, mittellos und ungebildet. Es gelang ihm, in der Schweiz wichtige Beziehungen aufzubauen. Einige gestalteten sich schwierig, andere halfen ihm, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden. Nach der Internierung absolvierte Kurt die Matura, erhielt bei seiner Adoptivmutter ein Zuhause, schloss ein Hochschulstudium ab, fand im Lehrerberuf eine erfüllende Tätigkeit und wurde Schweizer Staatsbürger. Diese biografischen Wendepunkte und sein starker Wille ermöglichten es ihm, ein selbstbestimmtes und chancenreiches Leben zu führen. Doch die Trennung von den Eltern und die Flucht hinterliessen bleibende, tiefe Wunden. Das Dasein als Flüchtling und Überlebender war ein Kampf gegen äussere wie auch gegen innere Kräfte.
Die Studie wirft einen Blick auf den Umgang mit Flüchtlingen in der Nachkriegszeit und beleuchtet, wie sich der Holocaust auf Jugendliche auswirkte.

Lea Bloch, geboren 1989, studierte an den Universitäten Basel und Wien Geschichte und Soziologie.

Pressestimmen

«Das Buch von Lea Bloch ist eine solide und reichhaltige Biographie Kurt Bergheimers. Der Autorin gelingt es, sein Leben und seine Person umfassend darzustellen und der Leserin / dem Leser mitsamt seinen Ambivalenzen und Brüchen näherzubringen. Kurt Bergheimer wird dabei als Person beschrieben, die durch Glück in die Schweiz hat flüchten und – u. a. durch die tatkräftige Hilfe von Bertha Bigler, aber insbesondere auch von jüdischen Institutionen – eine neue Existenz hat aufbauen können. Dass dabei die Untersuchung zu Bergheimers Leben für die Autorin nicht isoliert steht, zeigt der letzte Satz ihrer Reflexionen, in dem sie vom Umgang mit (minderjährigen) Flüchtlingen in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs sowie in der Nachkriegszeit eine Linie zieht zu unbegleiteten Jugendlichen, die heute nach Europa flüchten (S. 140).»

Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 69/2 (2019), Sabina Bossert

«Die Historikerin ist vorsichtig mit kausalen Verknüpfungen und psychologischen Thesen. Doch sie möchte auch Verständnis für heutige jugendliche Flüchtlinge schaffen.»

Neue Zürcher Zeitung, 12. April 2018, Christoph Wehrli

Mit dem Ziel, das Wissen über jüdische Kultur und das Verständnis jüdischen Lebens in der Schweiz zu fördern, gibt der SIG seit 1992 diese Schriftenreihe heraus.