Herrschaftswissen und Raumerfassung im 16. Jahrhundert

Kartengebrauch im Dienste des Nürnberger Stadtstaates

Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. ISSN 2504-1045, Band 35
Broschur
2018. 312 Seiten, 31 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1346-8
CHF 48.00 / EUR 48.00 
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An der Schwelle zur Neuzeit verbindet sich kartographische Gelehrsamkeit mit systematischer administrativer Raumerfassung. Die Möglichkeiten und Grenzen der Kartographie als Mittel politischer Macht im 16. Jahrhundert auszuloten, ist Gegenstand dieser Publikation. Gefragt wird nach den Anwendungsformen, in denen sich kartographisches Wissen in dieser Frühzeit der Staatsbildung etablieren konnte, und nach den Arten und Weisen, in denen es selbst auf die Herrschaftsausübung zurückwirkte. Als Fallbeispiel dienen die ersten Landesaufnahmen, die die Stadt Nürnberg von ihrem Territorium anfertigen liess. Die Reichsstadt war im 16. Jahrhundert nicht nur eines der europäischen Zentren wissenschaftlicher Kartographie, sondern auch Herrin über ein Landgebiet, von dem ab 1500 Beschreibungen, Karten und Geländeskizzen in rasch wachsender Anzahl erhalten sind. Am Beispiel dieser Überlieferung wird der Weg nachgezeichnet, über den die Kartographie vom «Wissen» über lokale Verhältnisse zur «Macht» und damit zum Werkzeug der alltäglichen Herrschaftsausübung wurde.

Studium der Geschichte und Philosophie an der Universität Zürich, 2003–2009. Mitarbeiter beim Nationalen Forschungsschwerpunkt «Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. Historische Perspektiven», Universität Zürich, 2009–2013. Seit 2013 Tätigkeit als Fachspezialist/Consultant für internationales Steuerreporting in den Bereichen Private Banking und Wealth Management.

Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.