Das Lichtspiel
Eine psychologische Studie (1916) und andere Schriften zum Kino
Revidierte und erweiterte Ausgabe, herausgegeben von Jörg Schweinitz
Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen (ISSN 2504-1045), Band 36
Broschur
Erscheint im April 2019. ca. 240 Seiten, ca. 20 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1365-9
ca. CHF 38.00 / EUR 38.00 
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Hundert Jahre nach ihrer amerikanischen Erstpublikation erscheint die erste klassische Filmtheorie in einer revidierten, reichhaltig kommentierten und erweiterten deutschen Ausgabe. Damit liegt ein Schlüsseldokument zur Geschichte der Filmtheorie und Medialität im 20. Jahrhundert dem aktuellen Forschungsstand entsprechend neu vor. Der Band wird durch die weiteren Schriften Hugo Münsterbergs zum Kino und eine Auswahl zeitgenössischer Texte und Dokumente zur Rezeption ergänzt.

«Das Lichtspiel» (Originaltitel «The Photoplay», 1916) gilt als erste Monografie zur Psychologie und Ästhetik des Films mit akademischem Gepräge. Ihr Autor, der deutschstämmige Hugo Münsterberg (1863–1916), Professor an der Harvard University, hatte sich als Philosoph, experimenteller Wahrnehmungspsychologe und Mitbegründer der angewandten Psychologie einen Namen gemacht. Wie keinem anderen gelang es ihm, klassische Ideen der Ästhetik mit einem positiven Blick auf die Welt der industrialisierten Moderne zu verbinden, der dem amerikanischen Optimismus entsprach. Dieser Brückenschlag kennzeichnet auch «Das Lichtspiel». Der revolutionäre Ausgangspunkt dieser Studie liegt beim Film als Wahrnehmungsdispositiv, bei der Verknüpfung medialer und mentaler Funktionen. Die Nähe zur frühen Gestaltpsychologie und zum Denkgestus der «Psychotechnik» verbindet sich mit einem idealistischen Konzept von Filmkunst, das nicht nur dem State of the Art des zeitgenössischen amerikanischen Kinos gerecht wird, für den die Filme von David W. Griffith standen, sondern sich auch als einflussreich im Hinblick auf viele spätere Film- und Medientheorien von Arnheim bis Baudry erweisen sollte.
(1863–1916) war nach einem Studium in Leipzig bei Wilhelm Wundt und in Heidelberg Professor für Psychologie an der Harvard University und baute hier das psychologische Institut auf, an dem er experimentelle Forschungen zur Wahrnehmungspsychologie und zur angewandten Psychologie – «Psychotechnik» – durchführte.
Inhalt
Vorwort des Herausgebers

Das Lichtspiel. Eine psychologische Studie (1916)
Einleitung
Die äussere Entwicklung des Films
Die innere Entwicklung des Films

Teil:I Die Psychologie des Lichtspiels
Tiefe und Bewegung
Aufmerksamkeit
Gedächtnis und Phantasie
Emotionen

Teil II: Die Ästhetik des Lichtspiels
Die Aufgabe der Kunst
Die Mittel der verschiedenen Künste
Die Mittel des Lichtspiels
Die Forderungen des Lichtspiels
Die Funktion des Lichtspiels

Aufsätze zum Kino
Warum wir ins Kino gehen (1915)
Interview für Paramount (1916)
Gefahren für die Kindheit im Kino (1917)

Zeitgenössische Texte und Dokumente zu Kontext und Rezeption

Diese Buchreihe vereinigt Studien des gleichnamigen Nationalen Forschungsschwerpunkts sowie mediengeschichtliche Arbeiten. Sie rückt die Zeit vor der Ausbreitung der Massenmedien und insbesondere die medialen Verhältnisse der Vormoderne ins Zentrum. Damit ermöglicht sie Einblicke in die Andersartigkeit älterer Kommunikationsformen und erlaubt es gleichzeitig, Voraussetzungen für die mediale Formierung der Neuzeit zu ergründen.