Auf der Suche nach der eigenen Stimme
Stanley Cavells Philosophie als Erziehung von Erwachsenen
Legierungen, Band 13
Gebunden
2016. 248 Seiten
ISBN 978-3-0340-1329-1
CHF 38.00 / EUR 34.00 
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Stanley Cavell (*1926) gilt als einer der originellsten Köpfe der Gegenwartsphilosophie. Mit seinen Grenzgängen zwischen Philo­sophie, Literatur und Kulturwissenschaft hat er eine ganze Generation von amerikanischen Intellektuellen inspiriert. Im deutschsprachigen Raum hingegen wird er immer noch als Geheimtipp gehandelt. Dieses Buch lädt dazu ein, Cavell zu entdecken. Es wendet sich überdies an Kenner, für die es einen neuen systematischen Blick auf Cavell bietet.
Im Zentrum steht die Rekonstruktion von Cavells Begriff der eigenen Stimme. Der Autor schlägt einen Bogen über die gesamte Werkgeschichte und zeigt, wie Cavell immer wieder neue Denkkreise um bestimmte Grundfragen der menschlichen Existenz zieht, insbesondere um die Frage nach dem Umgang mit Unvollkommenheit, Fremdheit und Differenz. Es wird deutlich, mit welcher Konsequenz Cavell sein Leben lang an bestimmten Begriffen gearbeitet hat und wie dabei die Vorstellung der Entwicklung einer autonomen Stimme als Erziehungsziel von Erwachsenen immer weiter ausdifferenziert wird.

Urs Hofer, geb. 1976, nach Berufseinstieg als Bankmitarbeiter und Betriebswirtschaftsstudium Neuorientierung und Studium der Psychologie, Philosophie und Theologie an der Universität Zürich. Dann Promotion in Philosophie an der ETH Zürich. Heute ist Urs Hofer vor allem als Lehrer tätig.

Inhalt
Einleitung

1 Die eigene Stimme als semiotische Autonomie: Cavells Wittgenstein
1.1 Die Rückkehr der Stimme in die Philosophie
1.2 Die Entwicklung von semiotischer Autonomie
1.3 Cavells Alternative zum Originalgenie

2 Die eigene Stimme als Aufhebung von Entfremdung: Cavells Walden
2.1 Der Entfremdungsbegriff von Marx
2.2 Cavells Entfremdungsbegriff in The Senses of Walden
2.3 Vergleich zum Entfremdungsbegriff von Jaeggi
2.4 Cavells Walden und Freuds Psychoanalyse
2.5 Cavells Existenzialismus im Vergleich zu Kierkegaard

3 Die eigene Stimme als moralische Perfektion: Cities of Words
3.1 Einführung in den moralischen Perfektionismus von Cavell
3.2 Emersons Perfektionismus: Selbstvertrauen statt Konformismus
3.3 Die Suche nach dem Eigenen als gesellschaftlicher Wert
3.4 Erziehung in einem anerkennenden Gespräch
3.5 Moralische Perfektion als Narration einer Wiederverheiratung
3.6 Der Erziehungsbegriff von Cavell

4 Anerkennung als Gesellschaftstheorie
4.1 Vergleich mit Freuds Gesellschaftstheorie
4.2 Vergleich mit Meads Gesellschaftstheorie

5 Schlussbetrachtungen
5.1 Zusammenfassung und Rückblick
5.2 Cavell heute

6 Literatur

In dieser Reihe erscheinen Arbeiten zur Philosophie, die in andere Gebiete wie die Astronomie, die Mathematik, die Soziologie oder die Filmwissenschaften ausgreifen. Sie sollen zeigen, wie auch in nicht philosophischen Gebieten philosophische Fragestellungen behandelt werden und inwiefern die Philosophie für die eigenen Projekten durch einen Blick über den Tellerrand gewinnen kann.