Der Wahnsinn der Philosophie
Verrückte Vernunft von Platon bis Deleuze
Legierungen, Band 10
Gebunden
2014. 2. Auflage 2014.
416 Seiten
ISBN 978-3-0340-1216-4
CHF 58.00 / EUR 52.00 
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Ein Motor des europäischen Denkens ist der fortwährende Versuch, den Wahnsinn aus der Vernunft zu verbannen – ein Versuch, der immer wieder misslingt. Das Buch des Psychiaters, Psychoanalytikers und Philosophen Daniel Strassberg stellt in einer Tour d’Horizon von Platon bis Deleuze unterschiedliche Bemühungen der Grenzziehung zwischen dem Rationalen und dem Wahn vor und zeigt dabei, wie es der Irrationalität immer wieder gelingt, sich inmitten der Vernunft festzusetzen.
Dieses Buch wendet sich an Psychiater, die ihre Geschichte der Philosophie kennen lernen wollen, an Philosophen, die aus der Perspektive der Kehrseite der Vernunft einen neuen Blick auf die Geschichte der Philosophie werfen möchten, und nicht zuletzt an Laien, die sich für die Verbindung von Sinn und Irrsinn interessieren.
«Der Wahnsinn der Philosophie» wurde 2013 mit dem Missing-Link-Preis des Psychoanalytischen Seminars Zürich ausgezeichnet.

geboren 1954, ist Psychiater und Psychoanalytiker in eigener Praxis und promovierter Philosoph. Er hat verschiedentlich zu Themen im Grenzgebiet von Philosophie und Psychoanalyse publiziert. Er unterrichtet am Psychoanalytischen Seminar Zürich, an der ETH und an den Universitäten Zürich, Luzern und Tel Aviv. Sein Buch «‹Das poietische Subjekt›. Giambattista Vicos Wissenschaft vom Singulären» ist 2007 erschienen.


Aufsätze im Chronos Verlag

Inhalt
Einleitung
Grenzziehungen
Das Un- 
Derrida gegen Foucault
Sinn und Totalität
Totalität und Unendlichkeit
Einwände 
Wahnsinn: Leidenschaften oder Vernunft?
Konstellationen

Die Inspiration – Platon
Wahrheit und Wissen
Das dionysische Erbe
Enthousiasmos 
Vor Gericht und unter Freunden 
Formen des Wahnsinns 
Die Erschütterung der Seele 
Das Lächerliche

Die Entdeckung des Unendlichen – Giordano Bruno
Liebe und Ordnung 
Die heroischen Leidenschaften
Das Unendliche 
Das Begehren und das andere 
Amo quia absurdum 
Eine Theorie des Blicks 
Von der Liebe zur Wissenschaft

Überhitzte Einbildungskraft – Experiment, Wahnsinn und Aufklärung
Die Brücke 
Der Faden ist gerissen 
Die Lockerung des Bilderverbots 
Die Verführung durch die Oberfläche 
Die Medizinalisierung der Einbildungskraft 
Das Publikum 
Die Enthusiasten 
Gegen den Enthusiasmus: Das Labor als isolierter Raum 
Das Typische und das Monstrum 
Spektakuläre Wissenschaft 
Universitäre und heilende Experimente

Das Verhängnis des Vergleiches – Jean-Jacques Rousseau
Das Verhängnis der Schrift 
Schrift und Natur 
Rückkehr 
Eine Gesellschaft ohne Vergleich 
Erziehung zur Ausnahme 
Paranoia und Schrift 
Vitrifikation des Ichs 
Am Ziel

Die Grillen der Vernunft – Immanuel Kant
Verführerische Metaphysik 
Brennpunkt der Einbildungskraft 
Vergebliche Unterscheidungen 
Reinigung der Vernunft 
Verzweiflung und Lust am Absoluten 
Unsterblichkeit 
Unendlicher Aufschub

Das Gesetz des Herzens – G. W. F. Hegel
Leben 
Entzweiung 
Der ästhetische Ausweg 
Auseinandersetzung mit Hölderlin 
Zu früh fertig 
Enzyklopädie 
Das Problem der Vollendung

Der Umsturz des Geistes – Friedrich Nietzsche
Schutzlos 
Wahnsinn als Schicksal 
Psychologie 
Autophages Denken 
Das Jahr 1888 
Ecce Nietzsche

Im Namen der Väter – Jacques Lacan
Eine Geschichte der Väter 
Incipit Lacan: Das Imaginäre 
Das Symbolische 
Das Reale 
Psychose 
Kritik an der Moderne

Die Rückkehr der Wirklichkeit – Michel Foucault
Auf der Suche nach der Freiheit 
Entwerkung 
Freiheit und Selbstverlust 
Doppelspuriges Denken 
Imagination und Sprache 
Das Aussen der Sprache 
Der Wahnsinn der Dichter

Das Ende des Wahnsinns – mit Gilles ­Deleuze
Das Ende der Totalität 
Deleuze und die Psychoanalyse 
Der neue Nominalismusstreit 
Eine Philosophie des Unendlichen 
Das Ganze – ein Witz 
Der Markt und der Gebrauch der Zeichen 
Das Geld als universaler Signifikant 
Wohin sind die Dinge verschwunden?

Pressestimmen
«eine äußerst empfehlenswerte Lektüre» Nicolas Sokianos, GfPM-Magazin

In dieser Reihe erscheinen Arbeiten zur Philosophie, die in andere Gebiete wie die Astronomie, die Mathematik, die Soziologie oder die Filmwissenschaften ausgreifen. Sie sollen zeigen, wie auch in nicht philosophischen Gebieten philosophische Fragestellungen behandelt werden und inwiefern die Philosophie für die eigenen Projekten durch einen Blick über den Tellerrand gewinnen kann.