«Doctor, sieh mich an!»
Der Basler Arzt Hermann Christ auf medizinischer Mission in der Osttürkei (1898–1903)
Gebunden
2013. 172 Seiten, 62 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1190-7
CHF 38.00 / EUR 34.00 
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Nach umfangreichen Pogromen gegen die Armenier kam der Basler Arzt Hermann Christ Ende 1898 in die südosttürkische Stadt Urfa, um dort Hilfe für die Verfolgten zu leisten. Im Auftrag der von Johannes Lepsius gegründeten Deutschen Orient-Mission baute er bis 1903 ein kleines Spital auf, das auch Mohammedanern offenstand. Als Mitarbeiter holte er den Basler Diakon Jakob Künzler nach Urfa, der dort 1915/16 zum Augenzeugen des Genozids an den Armeniern werden sollte. Das Buch stützt sich vor allem auf Christs bisher nicht publizierte Briefe. Sie berichten vom Versuch, inmitten von religiös, kulturell und sprachlich heterogenen, teils verfeindeten Volksgruppen eine kleine Insel friedlicher Koexistenz zu schaffen. Finanziell konnte die Klinik nur dank einem Netzwerk von Basler Gönnern überleben, dem das Buch erstmals nachspürt. Ergänzt wird es durch einzigartige, grösstenteils unpublizierte Fotos aus dem Nachlass Hermann Christ.
war über dreissig Jahre lang Redaktor und Auslandkorrespondent des Zürcher «Tages-Anzeigers». Er ist ein Enkel von Hermann Christ.
Inhalt
Hilfe für Überlebende der antiarmenischen Pogrome 1894–1896
Mission und Medizin
Konstantinopel: Das türkische Staatsexamen
Die Reise nach Urfa
Im «Lande des Bankrotts, der Misere und der Geduld»
Die Stadt, die Leute, das Land
Die Lage der Armenier
Verteidigung der orientalischen Christen
Die armenischen Kirchen
Die Alt-Syrer (Sürjani)
Türken, Kurden, Araber
Der deutsche Helferkreis in Urfa
Armenische Helfer
Corinna Shattuck
Jakob Künzler
Klinikbetrieb und Patienten
Vom «Spitäli» zum Spital
Gebresten, Krankheiten und Seuchen
Als Arzt unterwegs
Der Sorgenfall Djarbekir
Der Reise-Doktor
Das Verhältnis zu Johannes Lepsius und der DOM
Alltag und Freizeit
Post, Zensur und Information
Heimaturlaub in Basel: Heirat und Rückkehr nach Urfa
Berta Christ-Werner in Urfa
Die Expedition nach Adjaman
Plötzliche Abreise aus Urfa

Das Basler Netzwerk der Freunde Urfas
Theodor Sarasin-Bischoff und der «Christliche Volksbote aus Basel»
Hermann Christ-Socin und die Chrischona
Theophil Iselin
Der «Verein der Freunde des medizinischen Liebeswerkes in Urfa»
Resümee

Pressestimmen
«Emanuel La Roches mit zahlreichen zeitgenössischen Fotos illustriertes Buch beleuchtet einen interessanten Aspekt christlich-humanitärer Entwicklungshilfe zu einer Zeit, da der Genozid an den Armeniern seinen Schatten vorauswarf und die weltpolitische Lage von militantem Imperialismus geprägt war. Besonders wertvoll ist das Schlusskapitel des Buches, das über die Finanzierung des Spitals in Urfa durch gutbürgerliche Basler Familien berichtet.» Urs Bitterli, Journal21

«Ergänzt mit wunderbar-eindrucksvollen Fotos aus dem Familienarchiv bildet dieses historisch hochinteressante und lebendig geschriebene Buch eine wertvolle Ergänzung der zahlreichen Werke zum armenischen Genozid (darunter auch die erschütternden Erinnerungen des Augenzeugen Künzler), die der Chronos-Verlag seit vielen Jahren vorlegt.» Kathrin Meier-Rust, NZZ am Sonntag

«Emanuel La Roche ist es gelungen, das umfangreiche Material anschaulich zu gliedern und damit ein interessantes, vielschichtiges Buch zu verfassen, das einprägsam schildert, wie der Arzt sich in die vorgefundene gesellschaftliche Situation einbringt, seine ärztliche Mission etabliert und darüber hinaus authentische Einblicke in das Leben in Urfa gewährt. Ergänzt wird das bemerkenswerte Buch durch eindrucksvolle, größtenteils unpublizierte Fotos aus dem Nachlass von Christ.» Giorgio Bavaj, Armenisch-Deutsche Korrespondenz

Filmbeitrag von Paolo Tognina auf RSI zur Sendung