Zwischen Tradition und Moderne
Alfred Fankhausers Tagebuchroman «Peter der Tor und seine Liebe»
Gebunden
2012. 184 Seiten
ISBN 978-3-0340-1136-5
CHF 42.00 / EUR 34.00 
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Als 1919 Alfred Fankhausers Tagebuchroman «Peter der Tor und seine Liebe» veröffentlicht wurde, geschah dies in einem Umfeld, das sich als Laboratorium der Moderne bezeichnen liesse. Vieles, was den damaligen Literaturbetrieb prägte, kann im Roman nachgewiesen werden. Die Untersuchung begibt sich daher in eine von der Literaturwissenschaft bereits intensiv erforschte Zeit – und zugleich betritt sie thematisch Neuland, liegen doch zu Fankhausers «Peter der Tor und seine Liebe» bislang keine ausführlichen Publikationen vor.
Das Augenmerk richtet sich zwar auf einen einzigen Roman. Doch dieser ist in ein Netz von Bezügen eingespannt, die über die reine Erzählung hinausweisen. Damit kann auch das Bild der Person Alfred Fankhauser Konturen erhalten.
Das vordringliche Ziel dieser Untersuchung besteht in einer literaturgeschichtlichen Einordnung des Romans. Damit wird Fankhausers Text in seiner Bedingtheit und zugleich in seiner Besonderheit erfasst. Die Untersuchung gibt Gelegenheit, ein dichterisches Werk zu entdecken, von dem der einflussreiche Literaturkritiker und Sprachforscher Otto von Greyerz sagte, es könne einen «erschütter[n]» und biete gleichzeitig die Möglichkeit, den eigenen Lebensweg «bereichert und vertieft» fortzusetzen.

Alfred Fankhauser (geb. 1890 in Gysenstein, gest. 1973 in Köniz) arbeitet zunächst als Lehrer im Emmental, studiert dann an der Universität Bern Geschichte und Psychologie (Promotion 1920) und ist hernach bis zu seinem Tod als Kunstkritiker, Schriftsteller und Astrologe tätig.
Inhalt
1. Einleitung

Voraussetzungen

2. Literarische Situation in der Schweiz im frühen 20. Jahrhundert
3. Fankhausers Deutung der Welt in seinem Essayband «Von den Werten des Lebens»
4. Fankhausers literaturtheoretische Position

Fankhausers Roman «Peter der Tor und seine Liebe»

5. Vorwort der Herausgeber
6. Peter Buchers Aufzeichnungen
- 6.1 Schwierige Suche nach Liebe
- 6.2 Fremde Welt
- 6.3 «Der lange Weg»
7. Literaturhistorische Einordnung von «Peter der Tor und seine Liebe»

Textauszug
Ausschnitt aus dem Roman

An die Leser
Peter Bucher war Student, Schulmeister und Schwärmer, vielleicht ein wenig Dichter. [...] Wir dachten bei seinem Tode oft, warum ein Mensch Gefahr aufsuchen müsse, ohne sie zu sehen, beinahe wie aus blosser Liebe zur Gefahr. Treibt ihn ein geheimer Wunsch? Es gibt Abgründe in uns, die wir nicht kennen. Vielleicht finden wir in den Aufzeichnungen unseres Freundes Anzeichen von solchen Wünschen. Vielleicht hatten diese Wünsche teil an seiner Schwermut, an seiner Einsamkeit, an seiner Flucht vor dem Leben. Vielleicht entsprangen sie aus seinem Schicksal. Wer kann es wissen!
Möge die Frage danach diesen und jenen beschäftigen!
Wir aber, die wir ihn kannten, dieweil er lebte, wir wissen von ihm:
Er fand einen Weg zum Leben.
Er fand auch einen Weg zur Liebe.
(Aus: Fankhauser, Peter der Tor und seine Liebe, S. 5 f.)

Pressestimmen
«[Die Studie wird] ihrem Anspruch auf überzeugende Weise gerecht, den Roman in ein Netz von vielfältigen literarhistorischen Bezügen einzuspannen. Sie ermöglicht zugleich eine textnahe und umsichtige (Wieder-)begegnung mit Alfred Fankhauser, der in der Forschung bislang nahezu unberücksichtigt geblieben ist.» Renate Kellner, Germanistik