Bekannte traf man viele …
Aufzeichnungen eines deutschen Juden aus dem Winter 1945/46
ZeitZeugnisse
Broschur
1998. 240 Seiten, 15 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-905312-57-7
CHF 36.00 / EUR 19.50 
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Heinz Hesdörffer, geb. 1923 in Bad Kreuznach, hat im Winter 1945/46 in Brüssel seine Existenz als verfolgter Jude niedergeschrieben. Die Niederschrift beginnt mit den Erfahrungen der Ausgrenzung in seiner Heimat, es folgen die Schilderungen der schwierigen und dramatisch verlaufenden Zeit des Exils in Holland. Minutiös und anschaulich erzählt der Autor über Geschehen und Alltag in den verschiedensten Stationen der Deportation: Westerbork, Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Schwarzheide, Sachsenhausen-Oranienburg. Er überlebt den Todesmarsch, seine Mutter und sein Bruder wurden von den Nazis ermordet.
Heinz Hesdörffer emigrierte 1947 nach Südafrika, wo er noch heute lebt.
Heinz Hesdörffer emigrierte 1947 nach Südafrika, heute lebt er in Frankfurt am Main.
Textauszug
Mit der Machtübernahme der Nazis am 30. 1. 1933 begann die Leidensgeschichte der ehemals deutschen Juden.
Der 30. 1. 1933 [Š] war gerade mein 10. Geburtstag, an dem noch einige "arische" Freunde mitfeierten. Wenige Wochen später kannten sie mich nicht mehr. Es war wohl der letzte sorglose Tag in meiner Vergangenheit, mit dem gleichzeitig, früher als bei anderen, meine Jugend endigte. Denn in den nächsten Jahren wurde die Lage für die Juden in Deutschland immer unerträglicher. Der Rassenwahnsinn wurde dem Volk eingeimpft, der Jude dargestellt als Kindsmörder und Verführer deutscher Frauen.

[In Schwarzheide Winter 1944]
Ein unerhörter Strom von Paketen war zu Weihnachten ins Lager gekommen und es gab Häftlinge, denen es an nichts fehlte, die selbst mehr Nahrungsmittel besassen als die SS Posten, die aber ruhigen Gewissens ihren Nebenmann krepieren sehen konnten. Ich hatte vor Weihnachten mit Isi Levy gesprochen, der vielen Nicht-Paket-Empfängern im Block irgend eine Arbeit zugeteilt hatte, mit der sie sich

Diee Buchreihe ist aus der Idee erwachsen, relevante Quellentexte lebender und verstorbener Menschen sowohl der Forschung als auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dabei kann es sich um Reprints vergriffener Berichte handeln, wie zum Beispiel «Im Lande des Blutes und der Tränen», ein Augenzeugenbericht des Völkermordes an den Armeniern, oder um Editionen von Tagebüchern und Briefwechseln.