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Neuerscheinungen
Oliver Meier, Michael Feller, Stefanie Christ

Der Gurlitt-Komplex
Bern und die Raubkunst

Gross war das Erstaunen, als 2014 bekannt wurde, dass Cornelius Gurlitt sein Erbe dem Kunstmuseum Bern vermacht hatte. Gurlitts Vermächtnis ist die Konsequenz von Netzwerken und historischen Kontinuitäten, die bisher kaum ausgeleuchtet worden sind. Die Beziehungen der Gurlitt-Familie zur Schweiz, zu Bern vor allem, waren enger, als bisher bekannt. Im Kern ist der Fall Gurlitt ein Lehrstück. Er [...]

Ursula Amrein, Christa Baumberger (Hg.)

dada
Performance & Programme

Am 5. Februar 1916 eröffneten Hugo Ball und Emmy Hennings in Zürich das Cabaret Voltaire. Es ist die Geburtsstunde von Dada. Das »Narrenspiel aus dem Nichts« sollte zu einer der wirkungsmächtigsten künstlerischen Bewegungen mit internationaler Ausstrahlung werden. Dada integriert sämtliche Künste, schafft neue Ausdrucksformen, präsentiert sich als autonomes Spiel und steht doch ganz im [...]

Markus Brühlmeier

Mehl und Brot, Macht und Geld im Alten Zürich
Zur Kulturgeschichte des Brotes. Herausgegeben von der Zunft zum Weggen
2. Auflage 2017


Am Beispiel der Stadt Zürich wird in dem Buch die Geschichte von Mehl und Brot während der Zunftherrschaft von 1336 bis 1798 nachgezeichnet. Vom Todeskandidaten, der am Rennweg das letzte Stück Brot als Henkersmahlzeit erhielt, bis zur Armenspeisung zeigt das Buch in verschiedenen Facetten auf, wie Mehl und Brot, Macht und Geld zusammenhingen. Die Biografie eines schillernden Bäckers, der bis zum [...]

Irmgard M. Wirtz, Magnus Wieland (Hg.)

Paperworks
Literarische und kulturelle Praktiken mit Schere, Leim, Papier
Mit exklusiven Paperworks von Eugen Gomringer, Felix Philipp Ingold und Birgit Kempker


Schreiben auf Papier war lange Zeit so selbstverständlich, dass es kaum eigens beachtet wurde. Erst durch die Digitalisierung treten die spezifischen, literarischen und kulturellen Praktiken im Umgang mit diesem Beschreibstoff deutlicher hervor. Es zeigt sich dabei, wie das Papier oft nicht als neutrale Schreibfläche fungiert, sondern bestimmte Interaktionen hervorrufen, stimulieren oder auch [...]

Christoph Rauhut

Die Praxis der Baustelle um 1900
Das Zürcher Stadthaus

Im 19. Jahrhundert veränderte sich das Bauwesen weitreichend, dies zeigt sich vielfältig an der zentralen Produktionsstätte, der Baustelle. Insbesondere auf den Baustellen städtischer Gebäude, wie Wohnhäuser, Geschäftshäuser oder Schulen, wird erkennbar, dass es um 1900 eine Überlagerung von tradierten und neuen Verfahren und Ansätzen gab. Anhand der Baustelle des Zürcher Stadthauses, 1898–1901 [...]

Peter Niederhäuser

Von der Adels- zur Dorfkirche
500 Jahre Kirche Turbenthal

Am Anfang steht eine Inschrift. Über der Innenseite des Chorbogens findet sich in gotisierenden Buchstaben der Hinweis, dass der Sakralbau 1510 angefangen, 1517 vollendet und 1703 erneuert worden sei. Damit gehört Turbenthal zu den letzten zürcherischen Kirchengebäuden vor der Reformation. Spätmittelalterliche Frömmigkeit und reformatorische Neuerungen gehen fast nahtlos ineinander über und geben [...]

Christian Keller

Visionen, Volkshetze, Betrügereien
Der Weg zum modernen Steuerstaat am Beispiel der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft (1833–1928)

Wer zahlt schon gerne Steuern? Gerade die Schweizer sind berühmt für ihre leidenschaftliche Abneigung, dem Staat zu geben, was er für sein Funktionieren einfordert. Man flucht, man stimmt nein, man wechselt den Wohnort oder hinterzieht. Im Ruf loyaler Steuerzahler standen die Eidgenossen nie. Dafür waren ihr Drang nach Freiheit und ihr instinktives Misstrauen gegenüber den Regierenden viel zu [...]

Tobias Senn

Hochkonjunktur, «Überfremdung» und Föderalismus
Kantonalisierte Schweizer Arbeitsmigrationspolitik am Beispiel Basel-Landschaft 1945–1975

In den Boomjahren der Nachkriegszeit entwickelte sich die Schweiz zu einem Einwanderungsland. Die Arbeitsmarkt- und Fremdenpolizeibehörden von Bund und Kantonen versuchten der sich rasant wandelnden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität mit einem Spagat beizukommen. Sie wollten den steigenden Bedarf der Arbeitgeber an ausländischen ArbeiterInnen decken und gleichzeitig die Zuwanderung [...]

Stadtbibliothek Winterthur (Hg.)

Informierter Eigensinn
Die Literarische Vereinigung Winterthur von 1917 bis 2017

Neun gebildete Herren der guten Gesellschaft gründeten am 27. November 1917 die Literarische Vereinigung Winterthur mit dem Ziel, «im Kulturleben der Stadt Winterthur das Literaturgeschichtliche zu pflegen und die erzählende Dichtung wie auch die Poesie zu unterstützen». Seither hat sich die «Literarische» am Puls der Zeit weiterentwickelt: Längst ist sie nicht mehr nur in Männerhand, und mit [...]

Stefan Frey

Fromme feste Junker
Neuer Stadtadel im spätmittelalterlichen Zürich

Im Gebiet der heutigen Schweiz büsste der Adel – so das traditionelle Geschichtsbild – seine Bedeutung im Spätmittelalter rasch und vollständig ein. Neuere Untersuchungen zeichnen ein differenzierteres Bild und machen auf die fortdauernde Bedeutung von Adel und Adelskultur aufmerksam. Innerhalb der Führungsschichten der eidgenössischen Orte entstanden soziale Gruppen, die schon von Zeitgenossen [...]

Florian Keller

Botschafterporträts
Schweizer Botschafter in den «Zentren der Macht» zwischen 1945 und 1975

Champagner-Cocktails, herrschaftliche Residenzen, geheime Netzwerke – um kaum eine andere Berufsgattung in der öffentlichen Verwaltung ranken sich so viele Geschichten und Mythen wie um die der Diplomaten. Florian Keller porträtiert acht herausragende Botschafter, die die Schweiz in den mächtigsten Zentren der Welt vertraten. Wer waren diese Persönlichkeiten? Welche Karriere führte sie auf diese [...]

Lucien Criblez, Lukas Lehmann, Christina Huber (Hg.)

Lehrerbildungspolitik in der Schweiz seit 1990
Kantonale Reformprozesse und nationale Diplomanerkennung

Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung hat sich durch die vollständige Integration in den Hochschulbereich seit den 1990er-Jahren grundlegend verändert. An sieben Fallbeispielen – Aargau, Bern, Freiburg, Genf, St. Gallen, Zug und Zürich – und auf der interkantonalen Ebene rekonstruiert der Band die Lehrerbildungspolitik für diesen Zeitraum. Im Zentrum der Analysen stehen die interkantonale und die [...]

Lucien Criblez, Christina Rothen, Thomas Ruoss (Hg.)

Staatlichkeit in der Schweiz
Regieren und verwalten vor der neoliberalen Wende

Verwalten und regieren verändern sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Teil grundlegend. Damit verbunden sind sowohl neue Erwartungen gegenüber dem Staat als auch die Transformation staatlicher Aufgaben. Während das politische Mehrebenensystem zunächst noch stabil ist, äussert sich eine gesellschaftliche und kulturelle Reformbereitschaft, die gerade das Verwaltungshandeln nachhaltig [...]

ViaStoria – Stiftung für Verkehrsgeschichte (Hg.)

Entlang der Wege und Strassen
Au long des chemins et des routes – Lungo percorsi e strade
Wege und Geschichte 2016/2


«An Verbindungswegen entstanden Siedlungen und Wehrbauten, Fabriken und Schlösser. […] Wege und Strassen lassen uns durch unsere Geschichte reisen, vom historischen Passhospiz bis zur Autobahnraststätte aus den 1970er-Jahren.» Oliver Martin, Bundesamt für Kultur «Au long des voies de communication sont apparus habitats et forteresses, fabriques et châteaux. […] Chemins et routes nous font [...]

Philippe Della Casa, Eckhard Deschler-Erb (Hg.)

Rome’s Internal Frontiers
Proceedings of the 2016 RAC Session in Rome

The Roman empire was subdivided into provinces that served as units for administrative purposes. But, what do we know of the boundaries of these provinces and of their internal structure? Not much. In order to better understand the nature and function of the empire’s internal frontiers, and to assess the territorial, social and economic structure of provincial organization, an international [...]

Lukas Schmid

Reinheit als Differenz
Identität und Alterität in Max Frischs frühem Erzählwerk

Die Studie untersucht die literaturwissenschaftlich noch wenig erforschten frühen Erzählwerke von Max Frisch, namentlich den Romanerstling «Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt» (1934), die längere Erzählung «Antwort aus der Stille» (1937) sowie die Romanfortsetzung der Reinhart-Geschichte «J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen» (1943) und rekonstruiert deren Genese unter [...]

Juri Auderset, Andreas Behr, Philipp Müller (Hg.)

Zeiterfahrungen – Expériences de temps
Beschleunigung und plurale Temporalitäten – Accélération et temporalités plurielles
Traverse 2016/3


Diagnosen von Modernität treten nicht selten im Kleid von Beschleunigungsdiskursen auf. Ob von der «Tempogesellschaft», der «Gegenwartsschrumpfung» oder der «Verflüssigung des Raums» die Rede ist: immer ist es die Wahrnehmung einer beschleunigten Dynamik des sozialen Wandels, welche den Subtext für zeitdiagnostische Metaphern liefert. In diese Beschleunigungsmetaphern fliessen nicht zuletzt [...]

Anke Rees

Das Gebäude als Akteur
Architekturen und ihre Atmosphären

Nicht nur Menschen tun etwas mit Gebäuden – auch Gebäude tun auf ihre Art etwas mit Menschen. Wodurch und wann werden sie zu Akteuren? In welchen Konstellationen und wie entfalten sie Wirkmächtigkeit? Welche Handlungsspielräume in sich, in der Stadt und im Raum eröffnen und begrenzen sie? Diese Studie stellt am Beispiel der Schiller-Oper in Hamburg das «Atmosphären-Netzwerk-Modell» vor, welches [...]

Colette Halter-Pernet

Felix Hemmerli
Zürichs streitbarer Gelehrter im Spätmittelalter
Mit Übersetzungen aus dem Lateinischen von Helena Müller und Erika Egner Eid


Vereinsamt stirbt Felix Hemmerli in Klosterhaft bei Franziskanern in Luzern. Für den Sohn einer wohlhabenden Zürcher Bürger­familie, Doktor der namhaften Universität Bologna und einstigen Inhaber wichtiger Kirchenämter überrascht ein derartiges Ende. Hemmerlis Leben (1388–1458) fällt jedoch in eine unruhige Epoche, die durch die Konzile von Konstanz und Basel sowie den Alten Zürichkrieg geprägt [...]

Peter Huber

Fluchtpunkt Fremdenlegion
Schweizer im Indochina- und im Algerienkrieg, 1945–1962

Rund 2200 junge Schweizer Männer traten in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg trotz Verbot in die Fremdenlegion ein, um für die Kolonialmacht Frankreich fern von Europa in den Krieg zu ziehen. Was sie dazu bewogen hat, wie ihr Legionsalltag und wie das Leben nach der Heimkehr aus Fremden Diensten aussah, wird in diesem Buch eingehend thematisiert. Wer in die Welt dieser modernen Söldner [...]

Kevin Heiniger

Krisen, Kritik und Sexualnot
Die «Nacherziehung» männlicher Jugendlicher in der Anstalt Aarburg (1893–1981)

Die Zwangserziehungsanstalt Aarburg, 1893 gegründet, verfolgte den vordergründigen Zweck, jugendliche Straftäter getrennt von Erwachsenen zu verwahren. Der Anteil administrativer Versorgungen betrug allerdings von Beginn an rund die Hälfte aller Einweisungen. Kompetenzkonflikte kurz nach Anstaltseröffnung, Misshandlungsvorwürfe und die Suizide zweier Jugendlicher in den Jahren um den Ersten [...]

Stefanie Leuenberger, Dominik Müller, Corinna Jäger-Trees, Ralph Müller (Hg.)

Literatur und Zeitung
Fallstudien aus der deutschsprachigen Schweiz von Jeremias Gotthelf bis Dieter Bachmann

Die Zeitung sei das Stiefkind der Literatur, wird oft behauptet. Der Band «Literatur und Zeitung» versammelt dagegen neue Belege dafür, dass die Literatur den Journalismus ebenso befruchten kann wie der Journalismus die Literatur. Gross ist die Zahl von Autoren der deutschsprachigen Schweiz, die – wie Gotthelf, Inglin, Loosli oder Frisch – zuerst als Journalisten an die Öffentlichkeit treten und [...]

Carsten Goehrke

Lebenswelten Sibiriens
Aus Natur und Geschichte des Jenissei-Stromlandes

Auf Grund seiner gewaltigen Ausdehnung bildet Sibirien einen eigenen Subkontinent mit sehr unterschiedlichen Landschafts- und Wirtschaftszonen sowie einer Vielfalt von Ethnien und Kulturen. Gesamtdarstellungen vermögen daher seine Natur und Geschichte nur in begrenztem Maße adäquat zu erfassen. Das vorliegende Buch beschränkt sich auf einen regionalen Ausschnitt – das in der Mitte Sibiriens [...]