NeuerscheinungenZur Vorschau
Béatrice Ziegler
Bernhard C. Schär
Peter Gautschi
Claudia Schneider (Hg.)

Die Schweiz und die Shoa
Von Kontroversen zu neuen Fragen
Der 27. Januar ist auch in der Schweiz der Gedenktag des Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Insbesondere an Schulen sollen der Holocaust und andere Genozide thematisiert werden. In diesem Zusammenhang führt das Zentrum für Demokratie Aarau seit 2010 die Veranstaltungsreihe ­«Erinnerung – Verantwortung – ­Zukunft» durch. Der vorliegende Band dokumentiert die erste [...]
Sabine Sommerer

Die Camera d’Amore in Avio
Wahrnehmung und Wirkung profaner Wandmalereien des Trecento
Das vorliegende, reich bebilderte Buch widmet sich der mittelalterlichen Profanmalerei und insbesondere der Monu­mentalmalerei. Anschaulich zeigen die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstandenen und ursprünglich raumfüllenden Wandmalereien in der Camera d’Amore im Castello di Sabbionara in Avio (Trentino), wie sich vollständig bemalte profane Räume und Raumgruppen im Trecento [...]
Lou-Salomé Heer

«Das wahre Geschlecht»
Der populärwissenschaftliche Geschlechterdiskurs im SPIEGEL (1947–2010)
Seit Mitte der 1990er-Jahre machen Gene-Shopping, die Natur der Untreue, die Biologie der Partnersuche oder das Gen für Homosexualität in den deutschsprachigen Massenmedien vermehrt Schlagzeilen. Weshalb stehen biologistische Erklärungsansätze für «Geschlechterfragen» derart hoch im Kurs? Welche anderen Ansätze lösen sie ab? Welche Wissenschaften erhalten eine Stimme? Und welche Entwicklungen und [...]
Melchior Fischli

Geplante Altstadt
Zürich, 1920–1960
Auf den ersten Blick werden Altstädte meist als Hort der Tradition und Rückzugsort angehaltener Geschichte verstanden, als «authentischer» Überrest vergangener Zeiten, deren Spuren anderswo längst getilgt sind. Gleichzeitig gibt es in Westeuropa wohl kaum mehr ein zusammenhängendes Altstadtquartier, das während der letzten hundert Jahre nicht Ziel von Sanierungskampagnen gewesen wäre, in dem [...]
Petra Plüss

Die bronzezeitliche Siedlung Cresta bei Cazis (GR): Die Tierknochen
Zwischen ca. 2300 und 800 v. Chr. stand auf dem Hügel Cresta bei Cazis im Hinterrheintal eine kleine Dorfanlage. Diese bestand aus einer Häuserzeile, die immer wieder verfiel und am gleichen Standort wiederaufgebaut wurde. So entstanden im Laufe der Jahrhunderte mächtige Ablagerungen, die aus übereinanderliegenden Dorfruinen bestehen und in der sich die Spuren des Alltagslebens erhalten konnten. [...]
Stefan Frey
Lukas Ospelt

Wirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Krieg
Dokumente zur liechtensteinischen Geschichte zwischen 1928 und 1950
Hg. vom Liechtensteinischen Landesarchiv
Die 1930er‐ und 1940er‐Jahre waren auch für Liechtenstein eine sehr schwierige Zeit. Die Weltwirtschaftskrise traf das Land hart, später drängten die Nationalsozialisten auf den Anschluss an das «Dritte Reich», während des Kriegs war Liechtenstein militärisch bedroht. Einen Beitrag zur weiteren Aufarbeitung dieser lange tabuisierten Jahrzehnte leistet eine neue Quellenedition, die von [...]
Peter Stotz

Die Bibel auf Latein – unantastbar?
Die Heilige Schrift war im mittelalterlichen Europa – abgesehen von dessen östlichsten Gebieten – fast ausschließlich in lateinischer Sprache in Gebrauch. Nur selten griff jemand auf die Urtextfassungen zurück, und wenn man auch da oder dort volkssprachliche Übersetzungen schuf, waren sie von nur geringem Gewicht. Im Bereich der katholischen Kirche dauerte dieser Zustand bis weit in die Neuzeit [...]
Sacha Zala (Hg.)

Diplomatische Dokumente der Schweiz
1.1.1964–31.12.1966
Band 23 präsentiert Dokumente zu einer Vielzahl von Aspekten der Aussenbeziehungen der Schweiz von 1964 bis 1966. Eine grosse Bedeutung kam dem Abkommen mit Italien über die Einwanderung von Arbeitskräften zu. Nebst der Intensivierung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten baute die Schweiz die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern aus. Internationale Ereignisse [...]
Lucas Marco Gisi
Hubert Thüring
Irmgard M. Wirtz (Hg.)

Schreiben und Streichen
Zu einem Moment produktiver Negativität
Literatur beginnt mit der Streichung, wie das Wortspiel von der »litté-rature« (Jean Bellemin-Noël) pointiert besagt. Der praktisch-produktive Gegenpol zum Fortgang des Schreibens ist mithin nicht das Nicht-Schreiben, sondern das Streichen. Streichungen finden im Schreibprozess selbst statt und markieren dynamische Momente zwischen Zurücknahme und Wiederaufnahme. Den Ausgangspunkt der hier [...]
Thomas Buomberger

Helfen als Verpflichtung
Die Hülfsgesellschaft Winterthur 1812–2012
Armut, Hunger und Not waren die Grundübel Anfang des 19. Jahrhunderts. Auf Initiative von philanthropisch gesinnten Bürgern wurde 1812 die Hülfsgesellschaft Winterthur gegründet mit dem Ziel, die Not der armen Bevölkerung in Winterthur und Umgebung zu lindern. Im Laufe ihrer Geschichte lancierte sie zahlreiche sozial fortschrittliche Projekte, die später als selbstverständliche Aufgaben in den [...]
Otto Sigg
Markus Brühlmeier

Seuzach
Vom Bauerndorf zur modernen Wohngemeinde
Der Name Seuzach ist alemannischen Ursprungs und deutet auf eine erste Besiedlung im 6./7. Jahrhundert nach Christus hin. Im Jahr 1125 wird Ohringen und im Jahr 1263 Seuzach erstmals schriftlich erwähnt. Kirchlich gehörte Seuzach zum Bistum Konstanz, rechtlich zur Grafschaft Kyburg. In den Kriegen zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen standen die Seuzacher auf der Seite der Habsburger. [...]
Aline Steinbrecher
Daniela Saxer
Matthieu Leimgruber (Hg.)

Rat holen, Rat geben – Consulter, guider et orienter
Traverse 2011/3
Formen der Beratung durchdringen die Gesellschaft der Gegenwart. Die Erteilung von mündlichem oder schriftlichem Rat stellt eine gesellschaftliche Technik dar, mit deren Hilfe Wissensbestände, Erfahrungen und moralische wie spirituelle Einsichten weitergegeben werden. Rat und Beratung können demnach als Formen der Kommunikation und der Verhaltensregulierung betrachtet werden, die individuelle [...]
Erich Otto Graf
Cornelia Renggli
Jan Weisser (Hg.)

PULS – Druck-Sache aus der Behindertenbewegung
Materialien für die Wiederaneignung einer Geschichte
Seit den 1970er Jahren formierten sich Menschen mit Behinderung weltweit im Kontext der neuen sozialen Bewegungen. Sie bildeten darin eine vielstimmige Gruppe, deren Exponentinnen und Exponenten sich gezielt, provokativ und kenntnisreich zu den eigenen Themen und Anliegen äusserten. Die Zeitschrift PULS versammelt einige dieser Stimmen. Der vorliegende Band erschliesst diese nur Insidern bekannte [...]
Brigitta Gerber
Damir Skenderovic (Hg.)

Wider die Ausgrenzung – für eine offene Schweiz
Beiträge aus historischer, sozial- und rechtswissenschaftlicher Sicht
In den letzten Jahren ist der Umgang mit dem «Fremden» in den Mittelpunkt von Politik und Öffentlichkeit gerückt. Ob Debatten zu Religionsfreiheit, Sozialstaat, Schulfragen oder öffentlicher Sicherheit – Stigmatisierung und Ausgrenzung finden zunehmend Akzeptanz und lenken von den eigentlichen gesellschaftlichen Herausforderungen ab. Mit diesen Entwicklungen hat sich die historische, sozial- und [...]
Mustafa Ideli
Virginia Suter Reich
Hans-Lukas Kieser (Hg.)

Neue Menschenlandschaften
Migration Türkei – Schweiz 1961–2011
Die Menschen aus der Türkei haben zu einer neuen, nahöstlicheren «Menschenlandschaft» Schweiz beigetragen. Ihre Einwanderung in grosser Zahl in den letzten fünfzig Jahren ist noch kein bewusst angeeigneter Bestandteil schweizerischer Zeitgeschichte geworden. Die Migration Türkei – Schweiz hat ein neues Kapitel in einer zwar schon älteren, aber wenig bekannten Beziehungsgeschichte mit der Türkei [...]
Hanspeter Gschwend

Alice wundert sich
Mit Bildern und Zeichnungen von Robert Indermaur
Nach ihrer Reise durch das Wunderland unterliegt Alice dem fatalen Zwang, erneut in verwirrende Welten einzudringen. An ihrem 18. Geburtstag beschliesst sie, in der Stadt zu leben. Weil sie das normale Leben nicht nur leben, sondern auch verstehen möchte, besucht sie das Collegium Scientiarum. Besonders ihre Emotionen beschäftigen sie. Da Emotionen am Collegium Scientiarum erforscht werden, [...]
Konrad J. Kuhn

Entwicklungspolitische Solidarität
Die Dritte-Welt-Bewegung in der Schweiz zwischen Kritik und Politik (1975–1992)
Seit den 1970er-Jahren engagierten sich zahlreiche Menschen in der Schweiz für die sogenannte Dritte Welt. Ziel dieser Bewegung war es, über Öffentlichkeitskampagnen in der Schweiz ein Bewusstsein für die Probleme der Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas und für die Zusammenhänge zwischen dem Reichtum des Nordens und der Armut des Südens zu schaffen. Im Zentrum des Buches steht das [...]
Rudolf Schnyder

Mittelalterliche Ofenkeramik
Band I: Das Zürcher Hafnerhandwerk im 14. und 15. Jahrhundert
Band II: Der Zürcher Bestand in den Sammlungen des Schweizerischen Nationalmuseums
Zürich war im 14./15. Jahrhundert ein Zentrum für die Herstellung von Kachelöfen und damit auch von Ofenkacheln. Was an Werken dieser Kunst durch Bodenfunde belegt ist, ergibt ein in seiner Art einzigartig reiches Bild spätmittelalterlicher Reliefplastik. Architekturmotive, Tiere, Liebespaare und Turnierritter belebten die Öfen, die nicht nur Wärme spendeten, sondern in den Stuben der Stadthäuser [...]
Marcus Sandl

Medialität und Ereignis
Eine Zeitgeschichte der Reformation
Der Erfolg der Reformation resultierte aus ihrer engen Allianz mit den zeitgenössischen Druckmedien. Die Refor­matoren nutzten Bücher, Flugblätter und Flugschriften zur Verbreitung ihrer Vorstellungen. Dies war allerdings kein einsinnig instrumenteller Zusammenhang. Die Inanspruchnahme des neuen Mediums für die Sache der Reformation korrespondierte mit der medialen Überformung und Prägung der [...]
Sonja Matter

Der Armut auf den Leib rücken
Die Professionalisierung der Sozialen Arbeit in der Schweiz (1900–1960)
Soziale Arbeit trägt heute massgeblich zur sozialen Sicherheit bei. Pionierarbeit hierfür leisteten in der Schweiz Frauen, die nach dem Ersten Weltkrieg Schulen für Sozialarbeiterinnen gründeten und damit wesentlich zur Etablierung dieses Berufs beitrugen. Bemühungen zur Akademisierung der Sozialen Arbeit hingegen scheiterten bis weit ins 20. Jahrhundert. Die damit vorgegebenen Rahmenbedingungen [...]
Karl Kälin

Hans Biäsch (1901–1975)
Ein Pionier der angewandten Psychologie
Die Geschichte der angewandten Psychologie in der Schweiz ist un­trenn­bar mit dem Namen Hans Biäsch verbunden. Er gehörte jener Pio­nier­generation an, welche wichtige Impulse für eine soziale Betriebs­psychologie aus­löste. Als Mitgründer des Instituts für Angewandte Psychologie Zürich (IAP) und Gründer des Seminars für Angewandte Psychologie in Zürich sowie als Professor für Angewandte [...]
Claudia Emmenegger
Olivier Senn (Hg.)

Five perspectives on “Body and Soul”
and other contributions to music performance studies
This volume presents the papers of the “International conference on music performance analysis” held in Lucerne, Switzerland, on July 1 and 2, 2009. The first part of the book, entitled “Five perspectives on ‘Body and Soul’”, focuses on recorded versions of Johnny Green’s iconic jazz standard “Body and Soul” by shedding light on the performance history of the tune. It contains papers by José [...]
An Lac Truong Dinh

Von der Fremdenlegion zu den Viet Minh
Der Schweizer Überläufer Emil Selhofer im französischen Indochinakrieg
Mit einem Nachwort von Peter Huber
Vor Ende des Zweiten Weltkrieges verlässt der 1926 geborene Zürcher Matrose Emil Selhofer die Schweiz und tritt in die französische Fremdenlegion ein. Diese führt ihn ins fernöstliche Indochina. 1947 desertiert er und schliesst sich den vietnamesischen Widerstandskämpfern (Viet Minh) im Kampf gegen die französischen Kolonialisten an. Dort kämpft er im «Détachement Tell», einer vietnamesischen [...]
Gilbert Grap

Differenzen in der Neutralität
Der Volksbund für die Unabhängigkeit der Schweiz (1921–1934)
Die Neutralität ist die wichtigste aussenpolitische Maxime des schweizerischen Bundesstaates. Ihre Auslegung und Umsetzung waren jedoch immer umstritten. Im Spannungsfeld unterschiedlicher politischer Kräfte wurde sie fortwährend neu gedeutet und im Hinblick auf die internationale Situation und auf innenpolitische Konstellationen modifiziert. Gilbert Grap geht in seinem Buch dem Volksbund für [...]
Christian Kiening

Mystische Bücher
»Mystische und geheime Bücher nennen wir die, die von erhabenen, verborgenen, wunderbaren Dingen handeln; sie beanspruchen für sich ganz eigene Leser; sie werden gewöhnlich weder von allen zur Lektüre zugelassen noch können sie von allen gleichermaßen verstanden werden. Nicht alle finden deshalb den gleichen Geschmack an diesen Büchern: manche loben, andere verurteilen sie.« Daniel Georg Morhof [...]
Reto Furter
Anne-Lise Head-König
Luigi Lorenzetti
Jon Mathieu (Hg.)

L'invention de l’architecture alpine – Die Erfindung der alpinen Architektur
Qu’est-ce que l’architecture alpine? Existe-t-elle une architecture qui peut être définie «alpine»? À travers un parcours interdisciplinaire impliquant des historiens, des ethnologues et des architectes, les diverses contributions exemplifient les changements qu’a connue la culture du bâti dans l’espace alpin au cours de son histoire: de l’architecture vernaculaire et ses rapports avec l’économie [...]
Peter Brang
German Ritz
Sylvia Sasse
Daniel Weiss (Hg.)

Den Blick nach Osten weiten
Fünfzig Jahre Slavisches Seminar der Universität Zürich (1961–2011)
Der reich bebilderte Band ist ein Archiv der Zürcher Slavis­tik mit Dokumenten und Zahlen, die erstmals umfassend publiziert werden. Er ist zugleich auch ein Erinnerungsort: Erinnerung an historische und persönliche Ereignisse und Erlebnisse ganz unterschiedlicher Generationen von Slavisten am Slavischen Seminar wie bei ihrer Forschungs­tätigkeit in Osteuropa. Historischer Abriss, Selbstporträts [...]
Patrick Landolt

Standortgunst oder Wirtschaftsförderung
Der Industrie- und Gewerbestandort Schaffhausen in den Jahren 1830 bis 1914
Die Stadt Schaffhausen war im 20. Jahrhundert einer der bedeutendsten Industriestandorte der Schweiz. Bereits 1910 waren über zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung im Industrie- und Gewerbesektor beschäftigt. Das war ein Schweizer Spitzenwert. Sogar nach amerikanischen Klassifikationsmustern gehörte Schaffhausen zu den «manufacturing cities». Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sah dies ganz anders [...]
Peter Michael Keller

Cabaret Cornichon
Geschichte einer nationalen Bühne
Das legendäre Cabaret Cornichon (1934–1951) steht am Anfang der schweizerischen Kabarettgeschichte und hat Nummerntexte von hoher literarischer Qualität und von politischer Brisanz hinterlassen. Dieses Kabarett, welches zahlreiche Volksschauspieler wie Elsie Attenhofer, Zarli Carigiet, Margrit Rainer, Emil Hegetschweiler oder Ruedi Walter hervorgebracht hat, war eine äusserst erfolgreiche [...]
Meret Fehlmann

Die Rede vom Matriarchat
Zur Gebrauchsgeschichte eines Arguments
Das Matriarchat begegnet gegenwärtig vor allem in esoterischen und/oder feministischen Kreisen. Ihnen gilt das Matriarchat als positiv evozierte, in früheren Zeiten weltweit verbreitete, friedliche Gesellschaft mit einem Kult der Grossen Göttin – als Herrin über den ewigen Kreislauf von Leben und Tod. Diese Gesellschaftsordnung soll in historischen Zeiten vom Patriarchat abgelöst worden sein. Die [...]
Agnes Nienhaus
Stefan Nellen
Frédéric Sardet
Hans-Ueli Schiedt (Hg.)

Verwalten und regieren - Administrer et gouverner
Traverse 2011/2
Die öffentliche Verwaltung regiert und strukturiert heute das Leben von Individuen und Bevölkerung en détail, von der Abfallentsorgung bis zur Zurechnungsfähigkeit. Im Unterschied zu ihren Nachbarländern ist die Verwaltungsgeschichte der Schweiz ein blinder Fleck der Historiografie, was angesichts der politischen Eigenart der Schweiz erstaunt. Der Heftschwerpunkt stellt deshalb die Geschichte der [...]
Anja Rathmann-Lutz (Hg.)

Visibilität des Unsichtbaren
Sehen und Verstehen in Mittelalter und Früher Neuzeit
Neben dem Medium der Schrift rücken visuelle Medien in der kulturwissenschaftlichen Analyse von Machtverhältnissen und ihrer Legitimation in der Vormoderne immer stärker ins Zentrum der Untersuchungen. Die interdisziplinären Beiträge dieses Bandes fragen danach, in welchem Verhältnis wissen, sehen, imaginieren, verstehen und erkennen in unsichtbaren Prozessen von Machterhaltung und bei der [...]
Sabine Griese

Text-Bilder und ihre Kontexte
Medialität und Materialität von Einblatt-Holz- und -Metallschnitten des 15. Jahrhunderts
Das 15. Jahrhundert ist eine mediale Umbruchsituation – neue Vervielfältigungsmöglichkeiten für Text und Bild wie Kupferstich, Holzschnitt, Metallschnitt und Typendruck bieten neue Möglichkeiten der Distribution und Kommunikation. Neue Werkformen erweitern das Überlieferungsspektrum der literarischen Kultur. Im Zentrum der Untersuchung stehen Bilder, deren konstitutiver Bestandteil Texte sind [...]
Christian van der Steeg

Wissenskunst
Adalbert Stifter und Naturforscher auf Weltreise
Zum Ende des 19. Jahrhunderts umspannten ausgebaute Verkehrs- und Kommunikationsnetze die Erde. Wissenschaft hatte sich in Disziplinen aufgefächert. Kunst war autonom. Am Beginn des 19. Jahrhunderts war das alles anders. Expeditionen brachen auf, um Wissen über unbekannte Landstriche zu sammeln. Was nicht zu transportieren war, wurde medial dokumentiert. Künstler gingen dabei den Wissenschaftlern [...]
Margrit Müller
Heinrich R. Schmidt
Laurent Tissot (Hg.)

Regulierte Märkte: Zünfte und Kartelle – Marchés régulés: Corporations et cartels
Märkte koordinieren Tauschhandlungen zwischen Personen und Organisationen, die Leistungen anbieten, und solchen, die diese Leistungen nachfragen. Dieser Koordinationsprozess wird beeinflusst durch formelle und informelle Regeln und durch Institutionen der Marktaufsicht und -kontrolle. Dieser Band legt den Schwerpunkt auf die Zünfte, welche in Mittelalter und Früher Neuzeit den Zugang zu den [...]
Annette Brunschwig

Heimat Biel
Geschichte der Juden in einer Schweizer Stadt vom Spätmittelalter bis 1945
Schutz vor Verfolgung im Mittelalter, initiative Uhrenindustrielle in der Neuzeit, Solidarität in der Moderne: so könnte man die Geschichte der Juden in Biel charakterisieren. Die Geschichte der Bieler Juden beginnt 1305. In diesem Jahr erhielt eine jüdische Witwe mit ihren Kindern eine – modern ausgedrückt – Aufenthaltsbewilligung, die ihr viele religiöse und geschäftliche Freiheiten liess. Im [...]
Karin Fuchs

Chur
Historischer Städteatlas der Schweiz – Atlas historique des villes suisses – Atlante storico delle Città svizzere
Herausgegeben vom Institut für Kulturforschung Graubünden und vom Kuratorium Historischer Städteatlas der Schweiz
In der Reihe «Historischer Städteatlas der Schweiz» kommt nach verschiedenen Kleinstädten mit dem Band «Chur» ein weiterer Stadttyp zur Darstellung: Am Fuss der Bündner Passübergänge entstand auf dem Gebiet der römischen Siedlung einer der ersten Bischofssitze der Schweiz. Die mittelalterliche Stadt entwickelte sich unterhalb des Sitzes ihres bischöflichen Stadtherren, von dem sie sich [...]
Gregor Spuhler

Gerettet – zerbrochen
Das Leben des jüdischen Flüchtlings Rolf Merzbacher zwischen Verfolgung, Psychiatrie und Wiedergutmachung
Die in Württemberg lebenden Eheleute Julius und Hilde Merzbacher bringen ihren dreizehnjährigen Sohn Rolf 1937 in die Schweiz. Während er und sein Bruder Werner die national­sozialistische Judenverfolgung im Exil überleben, bleiben die Eltern in Deutschland zurück und werden in Lublin-Majdanek ermordet. Rolf Merzbacher arbeitet ab 1940 in der Thurgauer Landwirt­schaft und im Emigrantenlager. Der [...]
Peter Niederhäuser (Hg.)

Ein feiner Fürst in einer rauen Zeit
Der Konstanzer Bischof Hugo von Hohenlandenberg
Um 1460 auf Schloss Hegi bei Winterthur geboren, machte Hugo von Hohenlandenberg eine ungewöhnliche Karriere. 1496 wurde er zum Bischof von Konstanz gewählt und leitete das wohl grösste deutsche Bistum bis zu seinem Tod 1532. Als Kirchenfürst und «geborener Eidgenosse» stand er zwischen «Schwaben» und «Schweizern», als Bischof sah er sich mit Reformatoren wie Zwingli konfrontiert, als Bauherr [...]
Michael Bürgi

Pharmaforschung im 20. Jahrhundert
Arbeit an der Grenze zwischen Hochschule und Industrie
Seit ihrer Entstehung im späten 19. Jahrhundert ist die schweizerische Pharmaindustrie auf akademisch ausgebildete Fachkräfte und universitäre Forschungsresultate angewiesen. Die Universitäten ihrerseits profitierten schon früh von industriellen Dienstleistungen und Geldspenden. Der Autor zeichnet die über hundertjährige Gratwanderung der Pharmaforschung zwischen Hochschule und Industrie nach und [...]
Katja Hürlimann
Frédéric Joye-Cagnard
Mario König
Stefan Nellen
Daniela Saxer (Hg.)

Sozialgeschichte der Schweiz: eine historiographische Skizze – L‘histoire sociale de la Suisse: une esquisse historiographique
Traverse 2011/1
Im Anschluss an das Heft 2010/1, Wirtschaftsgeschichte, thematisiert das Heft 2011/1 die Entwicklung der Sozialgeschichte in der Schweiz. Es geht um Forschungsstand und Literaturübersicht, Erreichtes und bestehende Defizite in den sozialgeschichtlichen Analysen der Schweiz. Das Heft enthält elf Beiträge, die verschiedene Bereiche chronologisch systematisierend abdecken. Aus Mittelalter und [...]
Annemarie Schwarzenbach

Das Wunder des Baums
Roman
Aus dem Nachlass herausgegeben und mit einem Nachwort von Sofie Decock, Walter Fähnders und Uta Schaffers
Nach ihrer grossen Afghanistanreise, die sie zusammen mit Ella Maillart unternommen hatte, und ihrem desaströsen USA-Aufenthalt reiste Annemarie Schwarzenbach 1941 nach Belgisch- und Französisch-Kongo, um von dort aus Anschluss an die Operationen des France libre zu finden. Durch politische Verdächtigungen in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt, machte sie sich an die Niederschrift von «Das [...]
Andrea Blunschi

Die Frau des Dorfarztes und der Wehrmachtoffizier
Eine Spurensuche
Es war die Hochzeit des Jahres, als Martina Bucher und Hugo Fischer 1938 in Escholzmatt im Entlebuch heirateten: sie, die schönste Frau im Tal, aus gutem Haus; er, der Dorfarzt, vielseitig gebildet, geschätzt und geachtet. Doch nach einigen Jahren glücklicher Ehe mit drei Kindern lebten sie sich auseinander. Im Sommer 1945 begegnete Martina dem deutschen Militärinternierten Karl Michel. Sie [...]