In der Résistance

Schweizer Freiwillige auf der Seite Frankreichs (1940–1945)

Gebunden
2020. 304 Seiten, 50 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1596-7
CHF 38.00 / EUR 38.00 
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Schweizer Freiwillige im Zweiten Weltkrieg in den Reihen der Alliierten hatten bei der Rückkehr in die Schweiz einen schweren Stand. Obwohl sie sich auf der Seite der Sieger befanden, empfing sie die Heimat mit Gleichgültigkeit und dem Vorwurf, das Land im Stich gelassen und zu Kriegszeiten geschwächt zu haben. Die Militärjustiz verurteilte sie wegen fremden Kriegsdiensts zu Gefängnisstrafen. Eine Rehabilitierung und Würdigung dieser Freiwilligen haben Bundesrat und Parlament ein letztes Mal im Jahr 2008 abgelehnt.
Der Autor zeichnet das facettenreiche Profil einer Auswahl der Schweizer im französischen Widerstand. Die einen überqueren klammheimlich den Jura und schliessen sich Gruppen von Widerstandskämpfern an, die den deutschen Besatzungs­truppen Hinterhalte legen und Nadelstiche versetzen. Wer von ihnen dem Feind in die Hände fällt, wird meist ins Reich deportiert und erhält von Bern und den Schweizer Vertretungen kaum Unterstützung. Die meisten Schweizer Freiwilligen stossen in Nordafrika und in England zur Résistance, wo General de Gaulle ehemalige Fremdenlegionäre für die Befreiung Frankreichs gewinnt.
Die Gründe für den Anschluss an die Résistance sind vielfältig: affektive Verbundenheit mit Frankreich und Antifaschismus, aber auch Abenteuerlust, Freude am militärischen Betrieb und Flucht vor Schwierigkeiten in der Schweiz.
Die sorgfältig recherchierte Arbeit wertet erstmals zugängliche Akten im Pariser Militärarchiv und im Bundesarchiv in Bern aus.

Dr. phil., geb. 1954, ist Privatdozent am Departement Geschichte der Universität Basel. Er forscht, unterrichtet und publiziert unter anderem zur Sowjetunion, zum Spanischen Bürgerkrieg und zur Kriegsfreiwilligkeit im Allgemeinen.


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Pressestimmen

«Mehrere hundert Schweizer kämpften im Zweiten Weltkrieg in der französischen Résistance. Sie halfen mit, Hitler und die Achsenmächte zu besiegen. Die Schweiz dankte es ihnen nicht. Nun hat Peter Huber ihre Schicksale in einem eindrücklichen Buch aufgezeichnet.»

Schweizer Familie, 38 (2020), Balz Spörri

«Der Basler Historiker Peter Huber arbeitet in dem kürzlich erschienenen Buch ‹Résistance, Schweizer Freiwillige auf der Seite Frankreichs› ihre Geschichte auf, akribisch, umfassend – und schliesst damit eine Forschungslücke. Dabei bringt er Überraschendes zutage. [...] Auffällig ist, wie viele der Schweizer Freiwilligen aus prekären Verhältnissen stammten und am Rand der Gesellschaft lebten. Mehr als die Hälfte von ihnen hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung und brachte sich mit Gelegenheitsjobs durch. Viele von ihnen waren aufgrund von Delikten wie Diebstahl, Betrug, Zechprellerei oder Einbruch vorbestraft. Fast jeder Zweite wuchs zudem in schwierigsten Verhältnissen auf, erlebte häusliche Gewalt, wurde verdingt oder in Heimen gross. Historiker Huber bezeichnet die Schweizer Versorgungs-, Erziehungs- und Besserungsanstalten als ‹eigentliche Brutstätte zukünftiger Freiwilliger – vor allem für die Fremdenlegion, aber auch für die Résistance›.»

Schweiz am Wochenende, 29. August 2020, Annika Bangerter