Chantai rumantsch!

Zur musikalischen Selbst(er)findung Romanischbündens

Gebunden
2019. 564 Seiten, 37 Abbildungen s/w., 20 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1501-1
CHF 58.00 / EUR 58.00 
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Für die Bündnerromanen ist die musica rumantscha viel mehr als eine Kunstform, sie ist Identität. Denn die musica rumantscha klingt nicht nur, sie lebt auch von der Sprache, vermittelt den soziohistorischen Kontext und erschafft die Imagination einer kulturellen Gemeinschaft. Diese musikalische Selbstfindung Romanischbündens, die ebenso eine ständige Erfindung ist, verdichtet sich im oft gehörten Appell: «Chantai rumantsch!»

Das vorliegende Buch gibt erstmals einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Bedeutung der musica rumantscha. Es spannt einen weiten Bogen vom ersten gedruckten Gesangbuch von 1562 bis heute und zeigt dabei, wie in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche die musica rumantscha als Ausdruck einer «bündnerromanischen Seele» ideologisch aufgeladen wurde und wie sie noch heute als Stifterin von Gemeinschaft und Identität wahrgenommen wird.

studierte Musikwissenschaft, Geschichte und Rätoromanisch in Zürich und Wien und promovierte 2019 mit der Publikation «Chantai rumantsch!». Sie arbeitet als Projektmitarbeiterin des Instituts für Kulturforschung Graubünden und als freie Musikwissenschaftlerin.

Pressestimmen

«Ohne Übertreibung lässt sich sagen: ‹Chantai rumantsch!› war ein überfälliges Standardwerk – kenntnisreich und spannend.»

Südwostschweiz, 21. November 2019, Carsten Michels

«Es ist ein mutiges und verdienstvolles Ziel, das sich die Bündner Musikwissenschaftlerin Laura Decurtins gesetzt hat: ‹Ich möchte gewissermassen die musikalische DNA Romanischbündens erforschen und eine musikalische Sicht auf Romanischbünden bieten.› Dank eines Forschungsprojektes der Universität Zürich und des Instituts für Kulturforschung Graubünden bekam sie Zeit und Geld für ihr Vorhaben, und seit Kurzem ist das Resultat ihrer umfangreichen Forschungen als Buch im Chronos-Verlag [...] erhältlich. [...] Laura Decurtins verknüpft die Geschichte des rätoromanischen Musikschaffens mit der Identitätsfindung der romanisch sprechenden Bevölkerung. ‹Musica rumantscha› bedeute daher nicht nur ‹Musik zu Texten in bündnerromanischer Sprache›, sondern vielmehr ‹Musik von, durch, mit und für Bündnerromanen›. Musik als Teil der kulturellen Identität und damit prägend für eine Gesellschaft ist kein neuer Gedanke, wurde aber lange von der Musikwissenschaft vernachlässigt. [...] Laura Decurtins hat ein detailliertes und fundiertes Nachschlagewerk zur Entwicklung und Geschichte der rätoromanischen Kultur erarbeitet. Diese Geschichtsschreibung hat erst begonnen und wird hoffentlich Nachahmer finden.»

Vollständiger Beitrag

Schweizer Musikzeitung, 27. November 2019, Andri Probst

Gespräch Laura Decurtins mit Silvio Liechtli, Leiter SRF 1 Regionaljournal Graubünden

SRF 1 Regionaljournal Graubünden, 25. Juni 2019, Silvio Liechtli

«Ins di gea, sche trais Rumantschs s'entaupian, lura furmian els immediat in chor da quatter vuschs! Quai è bain ina sgnocca, ma ella tradescha era in zic co che nus ans percepin: sco in pievel che chanta, in pievel unì tras sia tradiziun da chant.»

Buchpräsentation: «Chantai rumantsch» – chattar identitad en la chanzun»

RTR, 3. März 2019, Astrid Alexandre

«Laura Decurtins hat ein detailliertes und fundiertes Nachschlagewerk zur Entwicklung und Geschichte der rätoromanischen Kultur erarbeitet. Diese Geschichtsschreibung hat erst begonnen und wird hoffentlich Nachahmer finden.»

1. Dezember 2019, Schweizer Musikzeitung

Besprechungen

«Die vorliegende Publikation ist ein in jeder Hinsicht gewichtiges Buch. Nicht nur, dass es über 560 Seiten umfasst und darum einen beachtlichen Umfang aufweist, es ist auch sorgfältig gestaltet und stellt literatur- und sprachgeschichtliche Aspekte unter einem neuen Aspekt zusammenfassend dar. Und dieser Aspekt, die Frage nach der Funktion des Singens in romanischer Sprache für die Selbstfindung einer Sprachgruppe, wird in einem äusserst anregenden Einführungsteil gründlich abgehandelt. Der Mehrwert besteht darin, wie die Verfasserin die Frage der Musik und der kulturellen Identität erörtert und dies alles für die Annäherung an die Musikkultur – von der Zeit der ersten Belege bis zur leichter zu dokumentierenden Gegenwart – fruchtbar zu machen versucht. Damit sollen einerseits historische Entwicklungen erfasst, andererseits identitätstheoretische Fragen geklärt werden. Das ist ein recht aufwändiges und zugleich ehrgeiziges Unterfangen! […]

[…] [Es handelt sich um] eine umfassende und neuartige Darstellung von Sachverhalten, die man sonst in keiner Publikation findet. Sie verdienten eine Würdigung, die den Platz einer allgemeinen Rezension in einer Zeitschrift sprengen würde. Es reicht aber für den Hinweis auf den besonderen Wert einer umfassenden und sorgfältigen Darstellung. Sie ist mit einem ausführlichen Quellen- und Literaturverzeichnis versehen und umfasst ein 8-seitiges Personenregister (tatsächlich: 8 Seiten!), mit dessen Hilfe man die Angaben zu den Namen findet, die in dieser grossen Arbeit genannt wurden.»

Bündner Monatsblatt 1/2020, Cristian Collenberg