Autoritätsbildungen in der Musik
Broschur
Erscheint im Februar 2019. ca. 240 Seiten
ISBN 978-3-0340-1402-1
ca. CHF 48.00 / EUR 48.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
Im Musikbereich schaffen Personen, Institutionen und Instanzen eigene Orientierungen, setzen Normen und wirken als Autoritäten. Solche Positionen werden aber auch immer wieder hinterfragt. Die Autorinnen und Autoren der Publikation erörtern Fragen nach der Entstehung, Demonstration, An- und Aberkennung von musikalischer Autorität sowie von Antiautoritarismus in der Musik.

Sei es in traditionellen Gesellschaften, Popularmusikszenen oder in musikpädagogischen Settings: Autoritäten wie Schamanen oder Musikstars, autoritative Instanzen wie Unterrichtsmaterialien oder Internetportale üben auf musikalisches Lernen und Handeln einen Einfluss aus, der über das Klangliche im engeren Sinne hinausweist. In musikalischen Interaktionen ­
(re)produzieren musikalische Autoritäten gesellschaftliche Differenzen, bleiben dabei aber häufig nicht ohne Widerspruch. Positionierungen von Autorität sind als dynamisch zu verstehen, müssen stets neu hergestellt und bestätigt werden. Je nach Situation sind Verstärkung oder Auflösung, Transfer oder Entbindung von Autoritätsstrukturen möglich. Die Publikation zeigt an Musikkulturen aus verschiedenen Weltregionen autoritätsbildende und -auflösende Prozesse in der Musik.

Marc-Antoine Camp (1972), Prof. Dr. phil., leitet den Forschungsschwerpunkt Musikpädagogik an der Hochschule Luzern. Er befasst sich mit musikpädagogischen Fragen und der Vermittlung des immateriellen Kulturerbes.

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ist forschend tätig in der Ethnomusiko­logie Amazoniens und der auditiven Anthropologie.

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forscht über vokale Traditionen, das makam-Konzept und Musik von Minderheiten in Deutschland.

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Artikel
  • Singen will gelernt sein? Neue Formen gesanglicher Praxis im Osten Österreichs – ausserhalb von Institutionen, klassischen Chören und Volksmusik
  • Die «Autoritätenkette» als Prinzip. Konzepte der Weitergabe von Musiktraditionen vom Meister zum Schüler
  • «Wir glauben nicht, wir wissen». Zur musikalischen Autorität von Göttern und Geistern
  • Die Bikutsi-«Macher». Die Rolle zweier kultureller Vermittler in der Etablierung von Bikutsi als Popularmusikgenre in Kamerun in den 1980er-Jahren
  • Land sticht Stadt sticht Land. Konstruktionen von Autorität im Spannungsfeld von Ruralität und Urbanität in einem Musikvideo von Ruslana
  • Komponisten in den Escolas de Samba von Rio de Janeiro im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und externen autoritären Instanzen
  • «Der Blues im Nebenzimmer» – Feldforschung bei amerikanischen Zitherspieler/-innen
  • Autoritätsverlagerungen am Beispiel südindischer Mizhavu-Perkussionisten des Kerala Kalamandalam
  • Mit fremder Musik die eigene Kultur beleben? Kirchenliedtransfers zwischen Deutschland und Kamerun
  • Zwischen Anerkennung und Abwertung. Der Konnex von öffentlicher und feldspezifischer Autorität bei Jazz- und Popularmusikern
  • Wie suchen sich junge afghanische Musiker ihre Vorbilder in der Musik?
  • Lehren und Erlernen europäischer Kunstmusik. Eine vergleichende Betrachtung der Interaktionsprozesse des Musiklernens in Japan und Österreich
  • Autoritäten der alpenländischen Volksmusik und ihr Einfluss auf das Verständnis und die Praxis der Volksmusik in Österreich – Josef Pommer und Tobi Reiser
  • Notation als Autorität. Die problematische Beziehung der Musiknotation zu mündlich überliefertem Gesang im Alpenraum