Fremde Gelder?
Pensionen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft
Gebunden
Erscheint im Juni 2018. ca. 256 Seiten
ISBN 978-3-0340-1419-9
ca. CHF 48.00 / EUR 48.00 
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  • Einblick
Pensionen, ausländische Zahlungen an eidgenössische Orte, konnten in der Frühen Neuzeit bis zu ein Drittel der gesamten Staatseinnahmen betragen. Einzelne Pen­sionenempfänger erhielten für die Werbung von «Freunden» und Söldnern mitunter fast das Vierfache der Standespension. Waren Pensionen sowie der Solddienst lange Zeit Tabuthema in der Schweizer Historiografie, weist nun eine Reihe jüngerer Untersuchungen dem Thema einen zentralen Platz für das Verständnis der alten Eidgenossenschaft zu.

Die Buchbeiträge gehen dem Reizwort der «fremden Gelder» ebenso nach wie der Frage, inwieweit man von korrupten Eliten und Räten sprechen kann. Es wird gefragt, ob es sich bei den Pensionen schlicht um eine geläufige Form frühneuzeitlichen Wirtschaftens gehandelt habe, in dem politische Ämter und private Interessen nicht getrennte Sphären, sondern selbstverständlich direkt kommunizierende Gefässe darstellten. Oder handelte es sich bei den Pensionen um eine Art Spesen, die für den Amtsaufwand aufkommen und die fehlende Amtsentschädigung kompensieren sollten? Ebenso kommen die intensiven Gefühle zur Sprache, die mit Pensionen und Pensionenherren verbunden waren – «Liebe«, «Hass», «Freude», politische Passionen, die ein neues Licht auf das Verhältnis von Eliten und Untertanen werfen. Zudem wird die Frage gestellt, inwiefern im Zusammenhang mit Pensionen von frühneuzeitlicher Diplomatie gesprochen werden kann.

Förderprofessorin 2011–2015 Bern, Wahl- und Ämterkorruption in Bern und Venedig in der Frühen Neuzeit.

Aufsätze im Chronos Verlag


Doktorarbeit in Bern über Wahlkorruption, «Broglio onesto – disonesto» in Venedig, 1500–1800.

Aufsätze im Chronos Verlag


bereitet Doktorarbeit über Oligarchisierung und Normenkonkurrenz in Bern in der Frühen Neuzeit vor.
Artikel
  • I. Zwischen Korruption, Ökonomie und Diplomatie
  • Diplomatie als Dienstleistungs- und Schuldenwirtschaft. «Fremdes Geld», transitive Geschäfte und Politik in der alten Eidgenossenschaft
  • Reich durch Politik? Zur Attraktivität von Pensionsgeldern für politische Entscheidungsträger in den eidgenössischen Orten im Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit
  • Den Fürsten spüren. Pensionen in den Länderorten der alten Eidgenossenschaft
  • II. Akzeptanz und Reichweite von Pensionen: Fallstudien
  • Pensionen und die Auseinandersetzung der städtischen Elite um die politische Macht in Bern im frühen 16. Jahrhundert. Der Fall Kaspar Wyler
  • Aufgeblasene Herren und treue Diener. Die Streitschrift des Luzerner Stadtschreibers Zacharias Bletz über das Pensionenwesen anlässlich des Pfyffer-Amlehn-Handels 1569
  • «Gold würde zu Blei». Strategien, Sachzwänge und Praktiken Spaniens bei der Begleichung der geschuldeten Pensionen Anfang des 17. Jahrhunderts
  • Zwischen Klientelismus und Korruption. Spanische Pensionen in der alten Eidgenossenschaft des ausgehenden 17. Jahrhunderts
  • Äskulaps verbotene Medizin. Zum Umgang mit französischen Pensionen in Bern im frühen 18. Jahrhundert
  • Patriotisme et corruption. La valeur de l’argent dans la correspondance politique franco-grisonne (1763–1767)