Der Völkermord an den Armeniern und die Shoah – The Armenian Genocide and the Shoa
Nachfolgeband: 3. Auflage 2014. ISBN 978-3-0340-1247-8
Gebunden
2002. 2. Auflage 2003.
656 Seiten
ISBN 978-3-0340-0561-6
CHF 68.00 / EUR 55.50 
Vergriffen
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • In den Medien
Jene Armeniergreuel erinnern mich heute, da sie wieder vor mir aufsteigen, stark an die des Nationalsozialismus, welche in den Tagen, wo ich dies schreibe, durch die geschehenen Enthüllungen die Welt erschüttern. Es besteht hier ein bedeutsamer Zusammenhang», schrieb der Schweizer Theologe Leonhard Ragaz kurz vor seinem Tod im Jahre 1945. Das vorliegende Buch geht diesem Zusammenhang nach. Es ist das Resultat eines Internationalen Forschungsprojektes der Universität Zürich, auf dessen Fragestellung Experten aus Europa, dem Nahen Osten und den USA antworten. - Aus Untergangsangst entwickelten sozialdarwinistisch geprägte Reichseliten das «sozialtechnologische» Denken der Vernichtung. Der vertuschte Genozid von 1915/16 erwies sich als ein übles, aber erfolgreiches Modell der «Lösung» von Minderheitenfragen - dank seiner nationalistischen Rationalität in Verbindung mit einer Vertreibungspolitik, die von der westlichen Diplomatie 1923 an der Nahostkonferenz in Lausanne abgesegnet wurde.

Dr. phil. Hans-Lukas Kieser ist Historiker mit Schwerpunkt moderne nahöstliche Geschichte.
Dominik J. Schaller ist Initiator der Arbeitsgruppe für Genozidforschung an der Universität Zürich.

«Those atrocities in Armenia remind me strongly today, as I see them again in my mind's eye, of the Nazi atrocities which have now been revealed, leaving the world around me shaken. There exists an important connection between them» the Swiss theologian Leonhard Ragaz wrote shortly before his death in 1945. This book investigates this connection. It grew out of an international research project of the University of Zurich in collaboration with leading experts from Europe, the Near East and the USA. - Fearing ruin, the imperial élites developed a policy of extermination based on a belief in social engineering influenced by Darwinism. The hushed-up genocide of 1915/16 turned out to be a horrific but successful model for «solving» the issue of minorities - due to its nationalistic rationale and a policy of expulsion which was condoned by Western diplomacy at the Near East Conference at Lausanne in 1923.

Dr Hans Lukas Kieser is a historian specialising on the modern history of the Near East.
Dominik J. Schaller initiated the Working Group for Genocide Research at the University of Zurich.

Dr. Hans-Lukas Kieser ist Titularprofessor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich und Präsident der Stiftung Forschungsstelle Schweiz-Türkei. Er hat sich mit seinen Forschungen als Experte des nahöstlichen Umbruchs am Ende der osmanischen Ära einen Namen gemacht. Mehrere seiner Publikationen wurden ins Türkische und Kurdische übersetzt.

Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag



Bücher im Chronos Verlag


Aufsätze im Chronos Verlag

Artikel
  • Völkermord im historischen Raum 1895–1945
  • Teil I: Der Völkermord an den Armeniern – Part I: The Armenian Genocide
  • The Holocaust Before the Holocaust: Reflections on the Armenian Genocide
  • The Beginning of the Armenian Catastrophe: Comparative and Contextual Considerations
  • «A Scene from the Inferno». The Armenians of Erzerum and the Genocide, 1915–1916
  • Ottoman Labour Battalions in World War I
  • Ahmed Djémal pacha et le sort des déportés arméniens de Syrie-Palestine
  • Power Politics, Prejudice, Protest and Propaganda: a Reassessment of the German Role in the Armenian Genocide of WWI
  • Dr Mehmed Reshid (1873–1919): A Political Doctor
  • Another History on Sèvres and Lausanne
  • Teil II: Vergleich mit der Shoah: Kontexte, Kontinuitäten, Kontraste – Part II: Comparsion with the Shoah: contexts, continuities, contrasts
  • The Mass Destruction of Armenians and Jews in the 20th Century in Historical Perspective
  • L’extermination des Arméniens et des juifs. Quelques éléments de comparaison
  • Nationsbildung im Krieg: Wirtschaftliche Faktoren bei der Vernichtung der Amenier und beim Mord an den ungarischen Juden
  • The Experience of Genocide: Armenia 1915–16 and Romania 1941–42
  • Die Verdrängung des Völkermords an den Armeniern – ein Signal für die Shoah
  • Zum Beieinander von Shoah und Völkermord an den Armeniern bei Armin T. Wenger
  • Josef Guttmann – Ein Pionier der Völkermordforschung
  • Teil III: Rezeption – Part III: Reception
  • Friedrich Naumann und die «armenische Frage». Die deutsche Öffentlichkeit und die Verfolgung der Armenier vor 1915
  • Die Rezeption des Völkermordes an den Armeniern in Deutschland, 1915–1945
  • Der Völkermord an den Armeniern als Thema in der deutschen Politik nach 1949
  • Jüdische, zionistische und israelische Reaktionen auf den Völkermord an den Armeniern
  • Regards sur la réception du génocide des Arméniens dans la littérature juive
  • Arab Nationalists, Nazi-Germany and the Holocaust: An Unlucky Contemporaneity

Pressestimmen
«Der Band ist ein gewichtiger Beitrag zur Genozidforschung, dessen Forschungsergebnisse noch immer von aktueller politischer Bedeutung sind, geht es doch um ‹Vorbildfunktion› der Genozidverleugnung, wie sie die Türkei bis heute betreibt.» Bettina Spoerri im St. Galler Tagblatt vom 25. August 2003 « [...] ein Standardwerk, das noch auf Jahre hinaus die Diskussion bestimmen dürfte. [...] Eine ausführliche Chronologie sowie [...] eine Reihe aussagekräftiger abstracts machen den Band zu einem unverzichtbaren Werkzeug für alle, die sich der ebenso heiklen wie unerlässlichen Aufgabe einer vergleichenden Genozidforschung unter Einschluss der Massenvernichtung stellen wollen. Die Debatte um die Bedeutung des jungtürkischen Genozids an den Armeniern, die seit Jahren schwelt und die Identität einer an universalistischen Kriterien orientierten Weltgemeinschaft im Innersten berührt, ist ohne diesen Band nicht mehr zu führen und hat mit ihm seine paradigmatische Form gefunden.» Micha Brumlik im newsletter des Fritz Bauer Instituts