Der verpasste Friede
Mission, Ethnie und Staat in den Ostprovinzen der Türkei, 1839–1938
Gebunden
2000. 642 Seiten, 128 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-905313-49-9
CHF 68.00 / EUR 62.00 
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Die blutige Einverleibung der zuvor teilautonomen Regionen in den türkischen Zentralstaat dauerte von den 1830er bis in die 1930er Jahre. Hans-Lukas Kieser setzt sich eingehend mit den Hintergründen der leidvollen Schaffung des türkischen Nationalstaates auseinander: die Kurdenfrage, der Völkermord an den Armeniern und die religiöse Spaltung der Gesellschaft. Er untersucht, weshalb staatliche «Befriedung», internationale Reformpostulate und christliche Missionsarbeit Kurdistan und Armenien keinen Frieden bringen konnten.
Ausgehend von der Analyse des umfangreichen, in weiten Teilen unbearbeiteten Archivmaterials, das die Missionen hinterlassen haben, und anhand von staatlichen osmanischen Quellen, die der Forschung erst seit kurzem zugänglich sind, wird erstmals die Situation der Opfer minuziös dargestellt. Die Untersuchung zum Niedergang des osmanischen Vielvölkerreiches wird ergänzt durch eine systematische Beschreibung ausgewählter lokaler Schauplätze und durch den Einbezug von über 100 historischen Fotografien.

Dr. Hans-Lukas Kieser ist Titularprofessor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich und Präsident der Stiftung Forschungsstelle Schweiz-Türkei. Er hat sich mit seinen Forschungen als Experte des nahöstlichen Umbruchs am Ende der osmanischen Ära einen Namen gemacht. Mehrere seiner Publikationen wurden ins Türkische und Kurdische übersetzt.


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Textauszug
Die blutige Einverleibung der zuvor teilautonomen Regionen in den türkischen Zentralstaat dauerte von den 1830er bis in die 1930er Jahre. Hans-Lukas Kieser setzt sich eingehend mit den Hintergründen der leidvollen Schaffung des türkischen Nationalstaates auseinander: die Kurdenfrage, der Völkermord an den Armeniern und die religiöse Spaltung der Gesellschaft. Er untersucht, weshalb staatliche «Befriedung», internationale Reformpostulate und christliche Missionsarbeit Kurdistan und Armenien keinen Frieden bringen konnten.
Ausgehend von der Analyse des umfangreichen, in weiten Teilen unbearbeiteten Archivmaterials, das die Missionen hinterlassen haben, und anhand von staatlichen osmanischen Quellen, die der Forschung erst seit kurzem zugänglich sind, wird erstmals die Situation der Opfer minuziös dargestellt. Die Untersuchung zum Niedergang des osmanischen Vielvölkerreiches wird ergänzt durch eine systematische Beschreibung ausgewählter lokaler Schauplätze und durch den Einbezug von über 100 historischen Fotog

Pressestimmen
«Das mit Engagement geschriebene und zum Grossteil auf archivalischen Quellen beruhende Buch setzt neue Akzente und weist auf die historischen Wurzeln aktueller Konflikte hin. Zugleich behandelt es aber auch ein Stück protestantischer Missionsgeschichte, mit allen ihren Visionen, die der Verfasser einer durchaus kritischen Würdigung unterzieht.» Das Historisch-Politische Buch

«Die vorliegende Untersuchung sei ausdrücklich allen empfohlen, die sich in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft für die Geschichte und Gegenwart der Türkei interessieren.» Die Welt des Islam

«Ein wichtiges Werk, das nichts beschönigt und die Endphase des Osmanischen Reiches bis zur Entstehung der modernen Türkei facettenreich darstellt.» Der Bund