Kindswegnahmen in Graubünden. Die Jenischen im Fokus von Politik, Medien, Wissenschaft und Fürsorge

Sara Galle
Kindswegnahmen
Das «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» der Stiftung Pro Juventute im Kontext der schweizerischen Jugendfürsorge

Fast 600 Kinder wurden zwischen 1926 und 1973 von der Stiftung Pro Juventute mithilfe der Behörden ihren Eltern weggenommen. Rund die Hälfte dieser Kinder stammte aus sogenannten «Vagantenfamilien» in Graubünden. Der Kanton hatte eine gesonderte «Vagantenfürsorge» geschaffen, und die Forschung an der Psychiatrischen Klinik Waldhaus machte die «Vaganten» zu einem vielbeachteten Untersuchungsobjekt der Wissenschaft – mit weitreichenden Folgen.


Gespräch mit der Historikerin Sara Galle (Fachhochschule Nordwestschweiz)

Moderation: Guadench Dazzi (RTR)

Einführung: Georg Jäger (Historiker, ehemaliger Leiter Institut für Kulturforschung)

Eine Veranstaltung des Vereins für Kulturforschung Graubünden.

Chur, Dienstag, 30. Mai 2017, 20 Uhr
Hotel Stern, Reichsgasse 11, 7000 Chur (Tempelsaal)

Vernissage

Michael Hagemeister
Die «Protokolle der Weisen von Zion» vor Gericht
Der Berner Prozess 1933–1937 und die «antisemitische Internationale»

1933 erhoben der Schweizerische Israelitische Gemeindebund und die Israelitische Kultusgemeinde Bern vor dem Berner Amtsgericht Klage gegen die Verbreiter der Protokolle der Weisen von Zion. Eigentlich aber standen die Protokolle selbst vor Gericht. In dem weltweit beachteten Verfahren suchten die Kläger das einflussreichste Dokument des modernen Antisemitismus als Fälschung zu entlarven und dadurch den Mythos von der jüdischen Weltverschwörung zu widerlegen.


Programm
Dr. Gregor Spuhler, Archivleiter
Vom Suchen und Finden einer eidesstattlichen Erklärung

Prof. em. Dr. Heiko Haumann, Universität Basel
Die Bedeutung der «Protokolle der Weisen von Zion» und die Geschichte eines Forschungsprojektes

Dr. Michael Hagemeister, Autor
Zwischen Bern, Moskau und Platina: Auf den Spuren einer Mystifikation

Apéro

Wir bitten um Anmeldung unter:
afz@history.gess.ethz.ch / Tel. 044 632 40 03

Zürich, Donnerstag, 8. Juni 2017, 18.15 Uhr
Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich, Hirschengraben 62, 8001 Zürich

Ausstellung: Emil Dill und die Moderne – Eine Retrospektive

 Georg M. Hilbi
Emil Dill
Der Künstler als Chronist und Illustrator

Emil Dill (1861–1938) ist ein bedeutender Protagonist der Schweizer Moderne der ersten Stunde. Der vielseitig begabte und kulturell interessierte Künstler befasste sich wie andere Künstler seiner Zeit intensiv mit den sozialen und politischen Ereignissen auf regionaler, nationaler wie internationaler Ebene und kommentierte diese vorzugsweise in seinem grafischen Werk.

Zug, 29. April bis 3. Juni 2017
Shedhalle, Hofstrasse 15, 6300 Zug

Lesung mit Fotos und Filmausschnitten sowie Exkursion

Jolanda Spirig
Sticken und Beten
Die Textildynastie Jacob Rohner: Familie, Firma, Klerus (1873–1988)

Weit mehr als eine wechselvolle Firmengeschichte: Tagebücher, Briefe und Familienfotos bieten Einblick in den Alltag der Rheintaler Fabrikantenfamilien Rohner und Geser.
Das Buch macht die Turbulenzen der Stickerei-Industrie sichtbar, die den Ostschweizer Alltag über Jahrzehnte prägte. Die Parallelen zur heutigen Zeit verblüffen: vom ersten Börsencrash über den gefährdeten Werkplatz Schweiz bis hin zum verfolgten Banker, der sich in der Villa Jung-Rhein versteckt hielt. Die Jacob Rohner AG, einst grösstes Stickereiunternehmen des Landes, ging 1988 samt Stickereiwerken, Sockenfabrik und Weberei an den St. Galler Konkurrenten Forster Willi, die heutige Forster Rohner Gruppe. Ehemalige Mitarbeitende schildern den Wandel.

Exkursion nach Rebstein in die Jacob Rohner AG mit Jolanda Spirig

inkl. Apéro

CHF 25 Erwachsene
CHF 15 Kinder

Teilnehmerzahl begrenzt, bitte anmelden bis 2. Juni

Altstätten, Sonntag, 11. Juni, 11-14.30 Uhr
Museum Prestegg, Gerbergasse 2, 9450 Altstätten

Lesung mit Fotos und Filmausschnitten

Jolanda Spirig
Sticken und Beten
Die Textildynastie Jacob Rohner: Familie, Firma, Klerus (1873–1988)

Jolanda Spirig liest aus ihrem neuen Buch «Sticken und Beten» über die
Ostschweizer Textildynastie Jacob Rohner, die auch in Buttikon eine Stickerei betrieb. Das Buch macht die Turbulenzen der Stickerei-Industrie sichtbar, die den Ostschweizer Alltag über Jahrzehnte prägte. Die Parallelen zur heutigen Zeit verblüffen: vom ersten Börsencrash über den gefährdeten Werkplatz Schweiz bis hin zum verfolgten Banker, der sich in der Villa Jung-Rhein versteckt hielt. Die Jacob Rohner AG, einst grösstes Stickereiunternehmen des Landes, ging 1988 samt Stickereiwerken, Sockenfabrik und Weberei an den St. Galler Konkurrenten Forster Willi, die heutige Forster Rohner Gruppe. Ehemalige Mitarbeitende schildern den Wandel.

Eintritt: CHF 20.00

Rapperswil, Sonntag, 25. Juni, 18.00 Uhr
Galerie Kulturparkett, Zürcherstrasse 141 (vis à vis Bahnhof Kempraten), 8640 Rapperswil

Ausstellung: Grenzland - Jacob Rohner und die Stickereizeit im Rheintal

Die Sonderausstellung im Museum Prestegg widmet sich der Stickereizeit im Rheintal, die viele Jahrzehnte lang die Geschicke der Bevölkerung prägte und bis heute Spuren hinterlässt.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglichte die aufkommende Handstickerei unzähligen Familien ein Auskommen und Überleben. Jacob Rohner aus Rebstein war einer der drei grössten selbstproduzierenden Stickereiexporteure der Schweiz. Mit der Sonderausstellung «Grenzland – Jacob Rohner und die Stickereizeit im Rheintal» möchten wir die vielfältigen Verflechtungen der Interessen in diesem wirtschaftlichen und sozialen Feld aufzeigen. Da ist einerseits die Fabrikantenfamilie, aus der neben Firmengründer Jacob Rohner vor allem auch seine Tochter Josy Geser-Rohner hervorragt, welche die Firma und die Familie bis zu ihrem Tod 1961 zusammenhielt. Anderseits geht die Ausstellung auch auf die Sorgen und Nöte der Rheintaler Bevölkerung ein, die sich in diesem launischen Wirtschaftsumfeld behaupten musste.

Altstätten, 30. April bis 29. Oktober 2017
Museum Prestegg, Gerbergasse 2, 9450 Altstätten

Lesung mit Fotos und Filmausschnitten

Jolanda Spirig
Sticken und Beten
Die Textildynastie Jacob Rohner: Familie, Firma, Klerus (1873–1988)

Weit mehr als eine wechselvolle Firmengeschichte: Tagebücher, Briefe und Familienfotos bieten Einblick in den Alltag der Rheintaler Fabrikantenfamilien Rohner und Geser.
Das Buch macht die Turbulenzen der Stickerei-Industrie sichtbar, die den Ostschweizer Alltag über Jahrzehnte prägte. Die Parallelen zur heutigen Zeit verblüffen: vom ersten Börsencrash über den gefährdeten Werkplatz Schweiz bis hin zum verfolgten Banker, der sich in der Villa Jung-Rhein versteckt hielt. Die Jacob Rohner AG, einst grösstes Stickereiunternehmen des Landes, ging 1988 samt Stickereiwerken, Sockenfabrik und Weberei an den St. Galler Konkurrenten Forster Willi, die heutige Forster Rohner Gruppe. Ehemalige Mitarbeitende schildern den Wandel.

Gossau, Mittwoch, 20. September 2017, abends
Stadtbibliothek Gossau, Säntisstrasse 4a, 9200 Gossau

Ausstellung: Emil Dill und die Moderne – Eine Retrospektive

 Georg M. Hilbi
Emil Dill
Der Künstler als Chronist und Illustrator

Emil Dill (1861–1938) ist ein bedeutender Protagonist der Schweizer Moderne der ersten Stunde. Der vielseitig begabte und kulturell interessierte Künstler befasste sich wie andere Künstler seiner Zeit intensiv mit den sozialen und politischen Ereignissen auf regionaler, nationaler wie internationaler Ebene und kommentierte diese vorzugsweise in seinem grafischen Werk.

Vernissage
Freitag, 29. September 2017, 19.30 Uhr
Schloss Pratteln
Apéro im Bürgerhaus Pratteln

Pratteln, 29. September bis 12. November 2017
Museum im Bürgerhaus & Schloss Pratteln, 4133 Pratteln

Open Access aus Verlagsperspektive

Open Access, die Forderung öffentlich finanzierte Forschung kostenlos zugänglich zu machen, wird auch in der Schweiz erhoben.
Aus der Perspektive eines Sach- und Fachbuchverlags erwachsen daraus für die Gesellschaft zahlreiche Nachteile.

Lesen Sie dazu den entsprechenden Traverse-Artikel.

Traverse 2015/1