Wolf Zeev Ehrenberg

Emigrationen

Lebensstationen eines Juden aus Deutschland

ZeitZeugnisse
2000. 263 S., 33 Abb. Br. CHF 38.00 / EUR 19.00
ISBN 978-3-905314-15-1

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Kurztext

Die Familie des damals siebenjährigen Autors befand sich unter den knapp 80’000 deutschen Juden, die nach Palästina auswanderten. Nach den 1933 erlassenen Berufsverboten fiel seinem Vater, einem überzeugten Zionisten, die Entscheidung nicht schwer. Von Pforzheim, der süddeutschen Stadt am Rande des Schwarzwalds, wird der Zweitklässler an den fernen Rand des Mittelmeers katapultiert. In der kleinen, vorwiegend von Juden aus Osteuropa bewohnten Ortschaft Bne Brak in der Nähe von Tel Aviv mausert er sich rasch zu einem hundertprozentigen Hebräer. Die Beschreibung einer Kindheit in dem von Grossbritannien verwalteten Palästina lässt bereits die Konflikte im späteren jüdischen Staat erahnen, welche einerseits die Araber von den Juden, andererseits die säkularen von den orthodoxen Juden trennten. Dagegen ist die Spannung zwischen orientalischen und europäischen Juden noch kaum aktuell, um so mehr aber diejenige zwischen ost- und westeuropäischen Juden.
Mit der Aufnahme des Ingenieurstudiums in Zürich 1946 wird der nun Zwanzigjährige mit der helvetischen Nachkriegswirklichkeit konfrontiert. Er schwankt zwischen Bewunderung und Ablehnung, vieles bleibt ihm unbegreiflich. Nach dem Abschluss des Studiums und der Gründung einer Familie macht seine Integration rasche Fortschritte. Zwei Themen werden ihn ein Leben lang beschäftigen: die Doppelbödigkeit des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts und ­ aufgrund seiner starken Bindung zum Land seiner Jugend ­ die von der Geschichte überrollten palästinensischen Araber.
Das Buch ist eine Collage aus Erinnerungen und Reflexionen, Tagebuchaufzeichnungen und Briefen, das den Schwerpunkt der Betrachtungen auf die Jahre des Heranwachsens und des jungen Erwachsenenalters legt.