Jakob Messerli

gleichmässig – pünktlich – schnell

Zeiteinteilung und Zeitgebrauch in der Schweiz im 19. Jahrhundert

1995. 296 S., 45 Abb. Geb. CHF 48.00 / EUR 28.00
ISBN 978-3-905311-68-6

Vergriffen

Kurztext

Die Zeitdisziplin, die heute unseren Alltag prägt, hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. Im Laufe des Industrialisierungsprozesses wurde ein gleichmässiges, pünktliches und schnelles Verhalten zur Voraussetzung, um sich in einer zunehmend komplexen Gesellschaft überhaupt zurechtzufinden.
Noch um 1800 gab es in der Schweiz eine Vielfalt von lokalen Zeitstrukturen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts mussten diese unterschiedlichen Tageseinteilungen, Stundenzählungen und Kalender einem einheitlichen System Platz machen. Die zunehmende gesellschaftliche Verdichtung zwang zu einer immer besseren Synchronisation der immer zahlreicheren menschlichen Tätigkeiten. Uhren wurden dabei zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel der Alltagsbewältigung. Das vorliegende Buch bietet erstmals eine umfassende Darstellung dieses Vereinheitlichungsprozesses.
Parallel zur Vereinheitlichung der Zeitstrukturen verbreiteten sich neue Zeitnutzungskonzepte. Unter dem Schlagwort «Zeit ist Geld» wurden effiziente Zeitnutzung, Zeitsparen, Zeitplanung und Pünktlichkeit propagiert. Gleichzeitig veränderten sich unter dem Einfluss der Erkenntnisse von Physiologie und Physik die Vorstellungen über die richtige zeitliche Sequenzierung von Arbeit und Ruhe.
Heute sind Klagen über Zeitmangel, Hektik und Stress weitverbreitet. Zeiteinteilung und Zeitgebrauch werden als problematisch erlebt. In diesem Buch geht es um ihre Geschichte.