Sébastien Guex, Martin Körner, Jakob Tanner (Hg.)

Staatsfinanzierung und Sozialkonflikte (14.-20. Jh.) - Financement de l'Etat et conflits sociaux (14e-20e siècles)

Schweizerisches Jahrbuch für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Annuaire suisse d’histoire économique et sociale (vormals Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte – Société suisse d'histoire économique et sociale) ISSN 1664-6460, Band 12
1994. 720 S. Br. CHF 44.00 / EUR 24.50
ISBN 978-3-905311-53-2

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Kurztext

Der moderne Steuer- und Interventionsstaat blickt, was seine Finanzierungsmethoden anbelangt, auf eine lange Geschichte zurück. Während die mittelalterlichen Grundherrschaften noch lange abhängig blieben von Zehnten, verfügten die Städte bereits damals über hochentwickelte Methoden der Kreditfinanzierung und bauten in Krisenphasen das Steuerwesen aus. Auch in der Phase der Herausbildung territorialstaatlicher Herrschaften spielten Budgetfragen eine eminente Rolle; Staat und «Etat» waren geradezu Synonyme. Alle Formen der Finanzierung berühren Fragen der Loyalität und der Legitimität, und die immer wieder aufbrechenden Konflikte zeigen, dass der Fiskus einen besonders sensitiven Bereich staatlicher Herrschaftsausübung darstellt. Das änderte sich auch nach der Industriellen Revolution nicht. Bis heute weisen finanzpolitische Auseinandersetzungen einen hohen symptomatischen Gehalt auf. Sie geben den Durchblick frei auf tieferliegende Konfliktkonstellationen. Ihre Analyse trägt somit ebenfalls zu einer alltags- und sozialgeschichtlichen Interpretation der bürgerlichen Gesellschaft bei. Der vorliegende Sammelband versammelt Beiträge, die vom 14. bis ins 20. Jahrhundert reichen, und lotet damit die historische Dimension der Problematik aus. Zugleich gibt er methodische Anleitung für die geschichtswissenschaftliche Forschung und stellt laufende Projekte vor.