Niklaus Ingold, Sibylle Marti, Dominic Studer

Strahlenmedizin

Krebstherapie, Forschung und Politik in der Schweiz, 1920–1990

2017. ca. 176 S., ca. 24 Abb. s/w. Geb. ca. CHF 38.00 / ca. EUR 38.00
ISBN 978-3-0340-1413-7

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Kurztext

Strahlentherapien wurden im 20. Jahrhundert zu einer Standardbehandlung von Tumorerkrankungen. Das Buch befasst sich mit der Geschichte dieser Variante der Krebsmedizin und zeigt auf, wie Mediziner und Physiker unter unterschiedlichen historischen Voraussetzungen an die Ressourcen gelangten, um mit Strahlen zu forschen und Kranke zu behandeln. Zudem fragt es nach den Hoffnungen und Ängsten, die die Entstehung der Strahlenmedizin vorantrieben, aber auch in Frage stellten.

Ausgangspunkt sind die 1920er-Jahre, als in Bern und Zürich neue Stiftungen Ärzte mit dem sehr teuren Radium aus Minen in Belgisch-Kongo versorgten. Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 galt das Wissen dieser Mediziner über Strahlenwirkungen auf den Menschen als sicherheitspolitisch bedeutend und daher als regierungsrelevant. So flossen aus dem Militärdepartement Gelder in die Strahlenforschung und in die Verbreitung von Elektronenbeschleunigern, den neusten radiotherapeutischen Maschinen. Ab den 1960er-Jahren prägten Computerisierung und neue bildgebende Verfahren die Strahlenmedizin. Ihre Finanzierung wurde zu einer Herausforderung im föderalistischen Gesundheitswesen. Zugleich setzte eine kritische Debatte über die Folgen der Technisierung für die Kranken ein.
Das Buch betrachtet die Entstehung einer Variante der Krebsmedizin und trägt zum besseren Verständnis heutiger Behandlungsmethoden bei. Es gewährt Einblicke in den Ressourcentransfer zwischen Medizin, Politik und Wirtschaft im Atomzeitalter und beleuchtet einen Anfang gegenwärtiger Debatten über den Umgang mit spezialisierter Medizin.