Rolf Graber

Demokratie und Revolten

Die Entstehung der direkten Demokratie in der Schweiz

2017. 2. Auflage 2017. 232 S. Geb. CHF 38.00 / EUR 36.00
ISBN 978-3-0340-1384-0

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Inhalt

1 Einleitung

2 Bausteine einer Geschichte der direkten Demokratie
2.1 Rückgriff auf Mythen
2.2 Rekurs auf vormoderne Partizipationsmodelle: Freie Gemeinden, Stadtrepubliken und Landsgemeinden
2.3 Sattelzeit: Französische Revolution als Schlüsselereignis

3 Politisierungsprozesse vor und nach der Französischen Revolution
3.1 Dynamisierung des klassischen Republikanismus am Fallbeispiel Zürich: Von der Jugendrevolte 1762–1768 zum Zunftkonflikt von 1777
3.2 Republikdiskurs und Landbevölkerung: Legitimationsmuster der Befreiungsbewegungen
3.3 Dynamisierung der alten Gemeindefreiheit: Wortmeldungen der Unterschichten in den Gemeinden und Utopie der freien Gemeinde
3.4 Dynamisierung des Landsgemeindemodells: Landsgemeindefieber und Landsgemeindewut
3.5 Dynamisierung des Geschlechterdiskurses von unten: Tugendhafte Republikanerinnen, rebellierende Fischweiber und rauchende Heimarbeiterinnen
3.6 Dynamisierung der Gleichheitsforderung und materielles Forderungspotenzial: Landsturm, Prügelmänner und Sackpatrioten
3.7 Orientierung am revolutionären Frankreich: Jakobinische Demokratisierungsimpulse

4 Bewegungen zu Beginn der Restaurationszeit
4.1 Unruhen im Berner Oberland: «Gottloses Pöpelvolk»
4.2 Protestbewegungen im Kanton St. Gallen

5 Regeneration: Rückgriff auf ältere Widerstandstraditionen
5.1 Ambivalenz der Volksbewegungen der Regenerationszeit: «Das Volk ist keine Puppe»
5.2 Angst der liberalen Elite vor dem Volk: Pöbelherrschaft und Ochlokratie
5.3 Das erste Volksveto: Fauler Kompromiss oder innovative Leistung?
5.4 Das St. Galler Modell als Vorbild für Basel

6 Aufstände der Modernisierungsverlierer: Widerstand gegen die Regenerationsregierungen
6.1 Der «Züriputsch»: Konservativer Umsturz und enttäuschte Hoffnungen
6.2 Die gescheiterte Vetobewegung im Aargau
6.3 Repression gegen die Vetobewegung im Kanton Solothurn: Das liberale «Kasernenregiment»
6.4 Katholizismus und Demokratie: Das Veto im Kanton Luzern

7 Transformationen der Landsgemeindemodelle
7.1 Glarner Verfassung: Die Liberalen stellen die Landsgemeinde auf ein neues Fundament
7.2 Verschmelzung von alter und neuer Freiheit im Kanton Schwyz: Hörner- und Klauenmänner
7.3 Wallis: Von den Zehnen zum Vetoreferendum

8 Vom Veto zum Referendum
8.1 Waadt: Direkter Weg zu Referendum und Initiative

9 Die «demokratische Bewegung» 1861–1869
9.1 Demokratische Bewegung in Zürich: Protestkultur und Kommunikationsverhältnisse
9.2 Ein Mediationskanton als Fallbeispiel: Der Kampf um Initiative und Referendum im Thurgau
9.3 Der Kampf zwischen Revi und Anti im Kanton Baselland
9.4 Demokratische Bewegung im Aargau: Ein fragwürdiger Volksmann
9.5 Die demokratische Bewegung im Kanton Bern: Der Aarberger Sturm als Auslöser
9.6 «Graue» und «Rote»: Demokratische Bewegung im Kanton Solothurn

10 Die Totalrevision der Bundesverfassung von 1874: Die Einführung des fakultativen Gesetzesreferendums

11 Die Einführung der Teilrevisionsinitiative 1891

12 Fazit: Demokratiegeschichte als Protestgeschichte
12.1 Manifestationsformen der Demokratiebewegungen
12.2 Protestträger und Anführer der Bewegungen
12.3 Vorstellungswelt der Protestierenden
12.4 Legitimationsmuster der Proteste

13 Die unvollkommene Demokratie
13.1 Exklusion und Inklusion: Internationale Impulse
13.2 Der lange Ausschluss der Frauen
13.3 Direkte Demokratie mit Unterbrüchen: Dringlichkeitsrecht und Notrechtsregimes

14 Schlusswort und Ausblick

15 Bibliografie
15.1 Ungedruckte Quellen
15.2 Gedruckte Quellen und Quellenwerke
15.3 Darstellungen
15.4 Lexika