Britta Dümpelmann

Veit Stoß und das Krakauer Marienretabel

Mediale Zugänge, mediale Perspektiven

Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. ISSN 2504-1045, Band 24
2012. 312 S., 118 Abb. Br. CHF 48.00 / EUR 43.00
ISBN 978-3-0340-1024-5

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Kurztext

Mit einem subtilen Zusammenspiel von Relief, Malerei und Skulptur, wandelbaren Ansichten und einer feinsinnigen Interaktion mit dem Raum hält das spätmittelalterliche Schnitzr­etabel ein variationsreiches Schauangebot bereit. Von einem medialen Zugang ausgehend, nimmt die Studie zum Krakauer Marienretabel von Veit Stoß (1477–1489) diese Aspekte gezielt in den Blick.
Charakteristisch für Krakau ist ein hoch reflektierter Umgang mit dem Medium Schnitzretabel, wobei raffiniert mit konventionellen Sehgewohnheiten und damit zusammenhängenden Seherwartungen gespielt wird. Woher nimmt Veit Stoß in seinem­ ersten Großauftrag solch selbstbewusste mediale Reflexionen? Eine Einbettung in den Kontext der Krakauer Kunst sowie in das theologische, philosophische und humanistische Umfeld in Krakau geht Parallelen zu zeittypischen Diskursen nach, innerhalb deren Veit Stoß seine künstlerische Position gefunden hat. Dabei kam es – weit mehr als ein Nebeneffekt – zu einem Wettstreit mit Rogier van der Weyden, der seinerzeit als «maximus pictor» galt. Einmal für die Medialität Stoß’scher Skulptur sensibilisiert, erscheint auch das weitere Œuvre des Künstlers in einem erhellend neuen Licht.