Aleksandra Prica

Heilsgeschichten

Untersuchungen zur mittelalterlichen Bibelauslegung zwischen Poetik und Exegese

Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. ISSN 2504-1045, Band 8
2010. 304 S. Br. CHF 48.00 / EUR 35.50
ISBN 978-3-0340-0937-9

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Kurztext

Heilsgeschichte im christlichen Sinne ist ein mehrdeutiger Begriff. Er bezeichnet die Ereignisse zwischen Schöpfung und Erlösung und meint zugleich das Sprechen über dieses Geschehen, das einerseits in der Bibel verbindlich niedergelegt ist, andererseits in Kommentar und Exegese bearbeitet und in Erzählungen narrativ erweitert wird. Diese zentralen Formen der Bezugnahme auf den Bibeltext haben immer eine prekäre Seite, da mit ihnen das Problem des adäquaten Umgangs mit dem kanonischen Wortlaut verbunden ist. Aber auch der Kanon selbst bleibt in seiner Unveränderlichkeit und der Entfernung vom Ereignis, das er vermittelt, Gegenstand der Reflexion.
In der vorliegenden Untersuchung geht es um dieses Spannungsfeld zwischen dem Tabu einer Veränderung biblischen Wortlauts, der Notwendigkeit seiner Aktualisierung und dem Problem seiner Medialität. Wie Texte, welche die Heilsgeschichte aufnehmen, sich hinsichtlich der kontroversen Forderungen situieren, wird am Beispiel von Augustinus’ Genesisauslegung, Hugos von St. Viktor Archentraktat und zwei mittelalterlichen Bibeldichtungen gezeigt.