Karin Huser

Vieh- und Textilhändler an der Aare

Geschichte der Juden im Kanton Solothurn vom Mittelalter bis heute

Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz. Schriftenreihe des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds, Band 12
2007. 472 S., 175 Abb. s/w. Geb. CHF 48.00 / EUR 32.00
ISBN 978-3-0340-0862-4

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Kurztext

«Behejmes, s’chore, risches un zores» – «Vieh, Textilwaren, Antisemitismus und Alltagssorgen» –, so liesse sich die Geschichte der Juden im Kanton Solothurn umreissen.
Seit mehr als 140 Jahren gibt es in der Stadt Solothurn eine jüdische Religionsgemeinschaft. Heute klein und bescheiden, blickt sie auf eine blühende Zeit zurück, als jenseits der Aare, in der Vorstadt, die jüdischen Vieh- und Pferdehändler aus dem Elsass das Strassenbild prägten. Die freie Niederlassung war ihnen in Solothurn und Olten erst ab den 1860er Jahren erlaubt, zuvor gab es lediglich durchziehende Krämer und Viehhändler. Dieser strengen Regelung war die Vertreibung und Ermordung der Juden während der Pestzeit in der Mitte des 14. Jahrhunderts vorausgegangen. Ausserdem gehört die Vertreibung der Juden aus Dornach, wo zwischen 1650 und 1736 eine Judengemeinde existierte, zu den schwärzeren Kapiteln der solothurnischen Geschichte.
Die Autorin verfolgt den langen und hürdenreichen Weg einer ethnisch-religiösen Minderheit in einem katholisch-liberalen Kanton bis zu ihrer rechtlichen Gleichstellung. Das Schwergewicht liegt auf der Entwicklung des Vieh- und Pferdehandels in den Städten Solothurn und Olten im 19. Jahrhundert. Der aufkommende Textil- und Konfektionshandel sowie die Entstehung der Warenhäuser, wo die jüdischen Kaufleute zu den treibenden Kräften gehörten, werden ebenfalls gebührend berücksichtigt. Das Buch zeigt den Beitrag einer zahlenmässig kleinen, aber bedeutenden Minorität zur allgemeinen Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Kantons Solothurn auf.